Eklat auf Versammlung für Reichelsiedlung in Rheinberg

Störenfriede der Stadthalle verwiesen : Eklat auf Versammlung für Reichelsiedlung in Rheinberg

Bei einer Info-Veranstaltung in der Stadthalle störten zwei Teilnehmer so sehr, dass man sie des Saales verwies und ihnen mit der Polizei drohte.

Das Thema ist wichtig, das Interesse war entsprechend groß. Etwa 100 Frauen und Männer waren der Einladung der Stadtverwaltung zu einem Informationsabend in der Stadthalle gefolgt. Es ging um die Kanalbauarbeiten in der Reichelsiedlung. Dabei kam es zu einem Eklat. Zwei Zuhörer störten die Sitzung unentwegt.

Der an alle Teilnehmer gerichteten Aufforderung, Wortbeiträge bitte über die bereitgestellten Saalmikrofone zu äußern, kam das Duo nicht nach. Schnell war klar, dass sie nicht zu akzeptieren bereit waren, dass Anlieger sich anteilig an den Kosten beteiligen müssen. Dazu sind Bürger nach dem Kommunalen Abgabengesetz allerdings verpflichtet. So konnten die städtischen Mitarbeiter um Robert Braun, Fachbereichsleiter Tiefbau und Grünflächen, ebenso wie Rolf Schwarze vom Ingenieurbüro H2P, in ihren Ausführungen keinen Satz zu Ende bringen. Das brachte nicht nur Unruhe, sondern auch Schärfe in den Vortrag. Bald beschwerten sich nicht nur die Vortragenden über die Männer und deren unangebrachtes Verhalten, auch die Stimmen aus dem Kreis der Zuhörer mehrten sich. „Halten Sie doch endlich mal den Mund“, war da zu hören. Oder „Gehen Sie doch nach Hause, Sie stören hier nur.“

Das alles half nichts. Das unentwegte Dazwischenplappern erschwerte das Zuhören, die Veranstaltung kam nicht von der Stelle. Irgendwann nach der x-ten Ermahnung hatte Robert Braun die Faxen dicke und er unterbrach die Sitzung. Er forderte die beiden Rheinberger auf, die Stadthalle zu verlassen. Weil sie auch diesen Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden oder verstehen wollten, legte er noch eins drauf und fügte hinzu: „Ansonsten rufen wir jetzt die Polizei.“

Das Publikum quittierte dies mit Applaus. Und der Druck zeigte irgendwann Wirkung: Zunächst machte sich der eine, dann der andere Krakeeler auf den Weg nach draußen. Danach verlief die Sitzung konstruktiv und gesittet. Der beschämende Auftritt des Duos hinterließ Erleichterung. Und bei den meisten vermutlich auch die Erkenntnis, dass man schwierige Themen weitaus besser diskutieren kann, wenn sich alle an die Spielregeln halten.