Rheinberg: Eine neue Pietà für die Friedhofskapelle

Rheinberg: Eine neue Pietà für die Friedhofskapelle

Der "Verein zum Erhalt der St. Anna Kapelle" in Rheinberg hat fast alle Ziele, die bei der Gründung 2008 gesetzt worden waren, erreicht.

Es war gestern die Stunde, Dankeschön zu sagen. An alle, die den "Verein zum Erhalt der St. Anna Kapelle Rheinberg" mit Spenden unterstützten. An diejenigen, die tatkräftig anpacken. "Es ist eine Unmenge passiert, seitdem der Verein im März 2008 gegründet wurde", beschrieb Geschäftsführer Peter Bußmann gestern. Bei dem Treffen, zu dem Ulrich Hecker als Vorsitzender begrüßt hatte, wurde ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Rettung des kleinen Gotteshauses gesetzt: Der Förderverein übergab der Katholischen Kirchengemeinde St.-Peter und der Stadt Rheinberg eine neue Pietà.

Die Darstellung der Maria mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß gehörte zum ursprünglichen Bild der Grotte im alten Friedhof, der 1835 angelegt worden war. Bußmann: "Die Pietà stammt mindestens aus dem 17., wahrscheinlich sogar aus dem 16. Jahrhundert." Sie ist mittlerweile restauriert und hat ihren Platz in der Anna-Kirche gefunden. Dort sind die Figuren nicht länger Wind und Wetter ausgesetzt.

Den Platz in der Grotte, wo sie früher stand, nimmt nun die neue Christusfigur ein, die der alten Pietà sehr ähnlich ist. Sie ist eine Arbeit aus dem Atelier des Kevelaerers Gunther Pferdmenges nach einem Original, das der Bildhauers Franz Cleve vor über hundert Jahren aus Gips modellierte. Pferdmenges fertigte die Rheinberger Pietà freilich in Gießtechnik aus einem hochmodernen Material: aus Polystyrol. Sein größter Vorzug: extrem wetterfest. Die Farben hingegen werden nicht für ewig halten, so Pferdmenges. Deshalb hatte der Fachmann dem Kapellenverein eine Dose Flüssigwachs mitgebracht, damit der neue Pietà im Jahresrhythmus damit einpinseln lassen kann.

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Pastor Wolfgang Schmitz sagte im Namen der Kirchengemeinde St.-Peter Dank für die Spende des Vereins — überbrachte zugleich auch Grüße seines evangelischen Amtsbruders Udo Otten und lobte das Engagement des Vereins: "Mit großem Aufwand ist die Rettung der Kapelle zur Nutzung durch beide Konfessionen und darüber hinaus gelungen."

Vieles hat am Anfang auf dem Aufgabenzettel gestanden: bauliche Maßnahmen, die "Elektrifizierung" zur Beleuchtung, der Handlauf am Aufweg zum Hügel, Naturstein an der Grotte, ein neues Totenglöckchen, Schutz an den Fenstern und noch manches mehr. Es waren teils sehr ehrgeizige Ziele, räumt der Geschäftsführer der Gemeinschaft unumwunden ein.

Umso erstaunlicher sei, wie viel in relativ kurzer Zeit erreicht worden sei und wie bereitwillig Fördertöpfe geöffnet wurden. Nun bleibt noch ein letztes Ziel. Bußmann: "Oben auf dem Kapellenhügel soll in Abstimmung mit der Denkmalbehörte eine Bank aufgestellt werden. Ein Ruheplätzchen".

(RP)
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