Rheinberg: Eine "Neue" für die Grünen

Rheinberg: Eine "Neue" für die Grünen

Sibylle Schulte (44) lebt erst seit vier Jahren in Kamp-Lintfort und gehört auch ihrer Partei noch nicht länger an. Im Wahlkreis 57 tritt die Verwaltungsfachangestellte als Landtagskandidatin an.

Natürlich wünscht sich Sibylle Schulte, dass die Wähler bei der Landtagswahl am 9. Mai beide Stimmen ihrer Partei – Bündnis 90 / Die Grünen – geben. Vor allem deshalb, weil ein Sieg im Land auch die Mehrheiten im Bund veränderte. Aber weil die 44-Jährige Realistin ist, macht sie sich auch Gedanken über Koalitionen. Die SPD sei ganz klar der Wunschpartner, sagt sie. Und Schwarz-Grün? "Warum nicht?", fragt die Kandidatin. Rot-Rot-Grün? "Nö, das bitte nicht!"

Sibylle Schulte ist eine Neu-Grüne. Erst nach dem Umzug von Mülheim nach Kamp-Lintfort vor vier Jahren trat sie in die Partei ein. Wenn man bei der Stadtverwaltung arbeitet, sollte man nicht im selben Ort Politik machen, findet die Prüferin im Rechnungsprüfungsamt, die zuvor fast 20 Jahre lang in der Sportverwaltung tätig war.

Eines ihrer politischen Schwerpunkt-Themen ist die Reform der kommunalen Finanzen. "Da muss dringend etwas passieren, die Kommunen können ja nichts für ihre schlechte Situation. Was da derzeit bei den Kommunen passiert, bekommen die Bürger eins zu eins zu spüren. Immer mehr freiwillige Leistungen werden abgebaut."

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Ihr Wahlkreis umfasst Rheinberg, Alpen, Xanten, Sonsbeck, Kamp-Lintfort und Teile von Neukirchen-Vluyn. Speziell in Alpen und Rheinberg will sie sich um das Thema Kiesabbau kümmern. Und auch den Bergbau mit all seinen Folgeschäden will sie im Auge behalten. Sibylle Schulte: "Die Schadensregulierung muss vernünftig laufen."

Was Schulpolitik angeht, so liegt die Kandidatin voll auf der Linie der Landespartei: "Wir wollen die Schule der Zukunft – gemeinsames Lernen bis zum Ende der Pflichtschulzeit."

Bis zur Landtagswahl am 9. Mai wird Sibylle Schulte in ihrer Vollzeitstelle arbeiten. Kein Urlaub. Keine Freistellung. "Das heißt, ich kann Wahlkampf nur am späten Nachmittag oder Abend beziehungsweise am Wochenende machen", so die 44-Jährige. So oft es geht, will sie an Info-Stände vertreten sein oder an Veranstaltungen teilnehmen. Ein Motto für den Wahlkampf hat sie auch: "Es wird Zeit, dass sich was dreht."

(RP)