Eine Marienschülerin aus Wallach freut sich auf ein Jahr in Mexico

Schüleraustausch : Für ein Jahr in die Stadt der Engel

Die Marienschülerin Kyra Lemmer hat ihren Schulabschluss in der Tasche. Am 7. August reist die 16-jährige Wallacherin dank der Unterstützung des Rotary-Clubs für ein Jahr nach Mexiko. Die Fußballschuhe fliegen mit.

Kyra Lemmer (16) „is dann mal wech“. Mexiko ist das Ziel der Schülerin. Hier wird die 16-Jährige ein Jahr lang in einer Gastfamilie leben. Zuhause in Wallach laufen die Vorbereitungen längst auf Hochtouren. Am Mittwoch, 7. August, geht der Flug ab Frankfurt Richtung Mexiko-City, danach ins 150 Kilometer entfernte Puebla, der „Stadt der Engel“ mit ihren rund 1,5 Millionen Einwohnern.

Auf die Möglichkeit, ein Jahr im Ausland zu leben, wurde die Realschülerin der Xantener Marienschule bei einem Info-Abend vom Rotary Club Kamp-Lintfort Grafschaft Moers in der neunten Klasse aufmerksam. „Ich habe meinen Eltern von der Idee erzählt“, erinnert sich Kyra. Doch zunächst hatte der Schulabschluss Vorfahrt, so das Anliegen von Melanie und Frank Lemmer. Das Auslandsjahr mit all seinen Möglichkeiten und Chancen ließ Kyra allerdings keine Ruhe, so dass sie ein Jahr später nach dem wiederholten Besuch der Rotarier Nägel mit Köpfen machte.

Schließlich war der Schulabschluss sicher. Mit Hilfe von Edith Catrein-Diering, ehemalige Realschulleiterin in Alpen und Jugenddistrikt-Beauftragte von Rotary, bewarb sich Kyra Lemmer um ein Stipendium. Das Auslandsjahr ist somit in großen Teilen auch finanziell in trockenen Tüchern. „Wir haben mit den Auslandsaufenthalten gute Erfahrungen gemacht. Die Jugendlichen stellen sich neuen Herausforderungen, wenn sie im Gastland die Schule besuchen und in Gastfamilien leben“, sagt Edith Catrein-Diering.

Über den örtlichen Rotary-Club können sich pro Jahr zwei Jugendliche nach klarem Reglement den Duft der großen weiten Welt um die Nase wehen lassen. Drei Zielländer – Mexiko, Kanada und Thailand – standen Kyra zur Auswahl. „Ich habe insgeheim auf Mexiko gehofft“, verrät sie. Aus verschiedenen Gründen. „Über Mexiko habe ich viel gelesen. Es ist ein spannendes Land. Ich wollte die spanische Sprache lernen“, so Kyra. Amtssprache in Thailand und Kanada ist Englisch.

Spanisch kann sie als zweite Fremdsprache an der Rheinberger Europaschule belegen, wo sie hinterher das Abitur machen will. Ferne Länder kennt Kyra nicht, nur das benachbarte Ausland. Akribisch bereitete sie sich vor, eignete sich mit Hilfe einer Freundin der Familie einen kleinen Schatz an Standardformulierungen an. In Puebla wird sie die Highschool besuchen.

Das Rotary-Netzwerk in Mexiko ist erfahren im Umgang mit Austauschschülern. „In der mexikanischen Familie ist sie Gasttochter. Die eigene Tochter der Familie ist ebenfalls im Austausch“, so Catrein-Diering. Mit ihrer Gastfamilie steht Kyra bereits in regem Austausch. Auch Familie Lemmer bekommt eine Gasttochter. Die Amerikanerin Lilly Gee (16) wird nach den Sommerferien die Europaschule besuchen.

Kyra packt schon ihren Koffer. Die Klarinette bleibt zu Hause, die Fußballschuhe kommen rein. Sie ist begeisterte Spielerin von Borussia Veen und kann auch in Puebla in einer Mannschaft mitspielen. Zur Vorbereitung gehörten etliche Treffen für die Jugendlichen. Vor dem Abflug gibt es für die Eltern noch einen Info-Abend in Dinslaken.

Allmählich macht sich im Hause Lemmer Abschiedsstimmung breit – auch bei Kyra sechs Geschwistern. „Wir werden skypen“, sagen ihre Eltern. Sie sehen mit „gemischten Gefühlen“ dem Jahr ohne ihre Tochter und dem nahen Augenblick des Abschieds entgegen, sagt Melanie Lemmer. „Gleichzeitig sind wir aber auch neugierig, wie das Jahr für Kyra laufen wird. Wir haben als Gasttochter Lilly Gee. Wir haben ein gutes Gefühl, und es ist eine große Chance“, so Frank Lemmer.

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