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Rheinberg: Ein neuer Kanalspülwagen für den DLB

Rheinberg : Ein neuer Kanalspülwagen für den DLB

Die Stadt reinigt die Abwasserkanäle seit fünf Jahren selbst. Jetzt wurde der "Canalmaster" geleast. Ein Hightech-LKW.

Der neue Mercedes Antos "Canalmaster" vom Aufbauspezialisten Müller ist ein echtes Wunderauto. "Hightech pur", schwärmt Holger Beck, Technischer Leiter des Dienstleistungsbetriebs Rheinberg (DLB). 421 PS stark, eine Nutzlast von 26 Tonnen und nicht gerade billig. Knapp 400 000 Euro kostet der LKW mit Spezialaufbauten. Die Stadt hat die Maschine geleast, seit wenigen Tagen ist das Fahrzeug in Gebrauch und die Männer vom DLB hüten den Boliden wie ihren Augapfel.

Vor fünf Jahren entschied sich die Stadt dazu, die Spülung der Abwasserkanäle - ein insgesamt 186 Kilometer langes Netz - nicht mehr in Auftrag zu geben, sondern selbst durchzuführen. Das erste Fahrzeug wurde nun gegen das nagelneue eingetauscht. "Wir haben drei Jahre gebraucht, um alle Kanäle einmal durchzuspülen", erläutert Beck. "Jetzt sind wir im zweiten Durchlauf. Jeder Vorgang wird dokumentiert und vom Fachbereich in der Stadtverwaltung analysiert. so dass wir bald auch sagen können, ob es sich finanziell rechnet, wenn wir selbst spülen."

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Der neue Spülwagen kann mit bis zu 205 Bar spritzen, maximal 355 Liter pro Minuten schaffen die Pumpen. Mehr als 120 Bar setzen die DLB-Leute allerdings selten ein. Der Mercedes verfügt über einen Tank mit einem Volumen von zwölf Kubikmetern. Es gibt drei Kammern, die kleinste fasst 3200 Liter Frischwasser. Holger Beck: "Alles, was sich im Kanal löst, pumpen wir ab, die Reststoffe werden später zur Kläranlage nach Ossenberg gefahren."

Das Fahrzeug eignet sich zum Beispiel sehr gut, um Senken im Kanal auszuspülen. Davon gibt es bergbaubedingt unzählige im Stadtgebiet. Durch einen Schwenkarm am LKW erreichen die Bauhofmitarbeiter auch Bereiche, die ihnen mit dem Vorgänger-Fahrzeug verborgen blieben. Sogar ein Gasmessgerät hat der "Canalmaster" an Bord, und die Einsatzstellen werden mit LED-Licht ausgeleuchtet.

Die Mitglieder des Betriebsausschusses staunten nicht schlecht, als ihnen das Fahrzeug vor ihrer Sitzung im Sitzungsraum des DLB vorgestellt wurde. Beim Rundgang verwies Holger Beck unter anderem auch auf den Vorteil der beiden Salzsilos, die schon bald wieder wichtige Dienste leisten könnten. Das kleinere - es fasst 27 Tonnen - gibt es schon seit rund 15 Jahren. das größere mit einem Volumen von 50 Tonnen steht seit ca. drei Jahren. Befüllt werden dje beiden Silos übrigens von unten: Ein LKW fährt unter den Behälter, mit Druckluft wird das Streumittel dann eingeblasen.

Gute Erfahrungen haben Holger Beck und seine Leute mit der "Zoll-Aktion" gemacht. Dabei handelt es sich um eine Börse für gebrauchte Maschinen und Fahrzeuge aus der öffentlichen Hand. "Wir sind dort schon Maschinen für 5000 Euro losgeworden, für die wir mit maximal 500 Euro gerechnet hatten", sagte Holger Beck.

(RP)