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Ein Kreisel scheidet aus für die Crash-Kreuzung in Veen

Unfallschwerpunkt in Alpen : Ein Kreisel scheidet aus für die Crash-Kreuzung

MIT-Chef Wolfgang Stoppa erinnert in der Debatte um die Sicherheit an der Kreuzung Unterheide/Winnenthaler Straße/Dickstraße den Landrat an dessen Wahlkampfzusage. Eine Ampel ist als Möglichkeit angedacht.

Vier Wochen ist es nun her, dass sich die Unfallkommission des Kreises vor Ort ein Bild gemacht und ein Maßnahmebündel angekündigt hat, das die Crash-Kreuzung Dickstraße/Unterheide (K 23)/Winnenthaler Straße (K 34) in Veen sicherer machen soll. Passiert ist seither wenig. Unterdessen meldet sich ein Anwohner, der von den Maßnahmen wenig hält. Wolfgang Stoppa, Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) in Alpen und Betreiber des Kastanienhofes nahe der Kreuzung, setzt darauf, dass am Ende die von Landrat Ingo Brohl in Aussicht gestellte Möglichkeit, die Probleme mit einer Ampel nachhaltig in den Griff zu bekommen, umgesetzt wird.

Stoppa gehörte zur Alpener CDU-Delegation, die im Wahlkampf-Sommer 2020 den damaligen Landratskandidaten bei einer Bustour zu unfallträchtigen Ecken im Gemeindegebiet begleitet hat – unter anderem an die Crash-Kreuzung. Damals habe der Kandidat Unterstützung zugesichert, falls er die Wahl gewinne. Brohl ist bekanntlich Landrat geworden. Stoppa will ihn beim Wort nehmen.

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Der MIT-Chef steht in der Sicherheitsdebatte, die Ende April, Anfang Juni nach zwei heftigen Kollisionen nach gleichem Muster neu entflammt war, in regem Mail-Austausch mit dem Parteifreund im Kreishaus. In seiner Antwort schreibt Brohl, dass er sich gut an den Wahlkampf-Termin am Fuße der Bönninghardt erinnere. Gleichwohl verweist er auf die „einvernehmliche“ Einschätzung der Kommission, dass „keine offensichtlich unfallbegünstigenden Faktoren erkennbar“ seien, und auf das dennoch auf den Weg gebrachte Maßnahmebündel (wir berichteten).

Dabei weist der Landrat darauf hin, dass der von vielen immer wieder vorgeschlagene Bau eines Kreisverkehrs „aufgrund einer dort vorliegenden Entwässerungsproblematik leider nicht umsetzbar“ sei. Wo das Problem konkret liegt, schreibt Brohl nicht. Stoppa vermutet, dass damit die „Hanglage“ gemeint sein könnte. Bei Starkregen könnten Erdmassen, so seine Interpretation, von den teils mit Folien ausgelegten Äckern der Heier Höhe hinuntergespült werden und den Kreisel verstopfen.

Von den angekündigten Maßnahmen wie zusätzliche Warn-Schilder, „Stop“-Piktogramme auf dem Asphalt und eine Verengung der Fahrbahn vor den Haltelinien auf der Winnenthaler Straße hält Stoppa nicht viel. Er wohne seit 21 Jahren auf dem Kastanienhof und habe in der Zeit 51 Unfälle an der nahen Kreuzung gezählt. Allein am Dienstag habe er an der brenzligen Ecke binnen einer Viertelstunde sechs Fahrzeuglenker beobachtet, die ohne anzuhalten die Kreuzung gequert hätten. „Das wird sich jetzt kaum ändern“, sagt er. Landrat Brohl „hofft“, dass sein Partei­freund da falsch liegt. Aber: Sollte sich die Gefahrenlage „wider Erwarten“ nicht bessern, sei „bereits jetzt vereinbart, dort die Möglichkeit einer Ampelanlage zu prüfen“. Wolfgang Stoppa sagt: „Immerhin. Aber es muss erst wieder was passieren.“

(bp)