Rheinberg: Ehrennadel für 68 Wahlhelfer

Rheinberg: Ehrennadel für 68 Wahlhelfer

Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel überraschte 250 Teilnehmer des Neujahrsempfangs der Stadt gestern mit einem gut gelaunten Rück- und einem souverän vorgetragenen Ausblick auf das neue Jahr.

Die Schlange der Menschen, die Bürgermeister Frank Tatzel am Eingang zur Stadthalle persönlich die besten Wünsche übermitteln wollten, fiel vor dem Neujahrsempfang kürzer als gewöhnlich aus. Rund 250 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden verfolgten dennoch mit Interesse die erste öffentliche Ansprache des Verwaltungschefs in diesem Jahr. Musikalisch untermalt wurde der Empfang durch exzellente Gesangsvorträge des Orsoyer Frauenchors "music4me" unter der Leitung von Nadine Willer. "Wir haben uns erst vor dreieinhalb Jahren gegründet. Das ist ein schöner Anlass, aufzutreten", freut sich Willer.

Der frisch gegründete Chor "Music 4 me" aus Orsoy. Foto: Fischer Armin

Mit seiner dritten Neujahrsansprache zeigte Tatzel, dass er deutlich an Selbstsicherheit und Souveränität zugelegt hat. Der inhaltlich stimmige und mit lockeren Einschüben versehene Jahresrückblick wurde vom Bürgermeister zudem deutlich besser vorgetragen als in den Vorjahren. Als Leitfaden der Rede diente Tatzel das Wasser, selbst beim Thema Finanzen: "Das Jahresergebnis 2017 wird voraussichtlich mit einer Punktlandung enden. Das Wasser steht uns also nicht bis zum Hals. Der Pegel stimmt." Aufgrund der fast durchweg guten Prognosen der Wirtschaftsverbände bezeichnete Tatzel die im aktuellen Haushaltsentwurf eingepreisten Steuerschätzungen als sehr realistisch. Überraschte Rheinbergs Stadtoberhaupt vor einem Jahr an gleicher Stelle seine Zuhörer mit der Hoffnung, das Haushaltssicherungskonzept könne bereits 2020 aufgehoben werden, hörte sich das gestern schon anders an: "Die Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes nach 2020 lässt durchaus hoffen, dass die Stadt Rheinberg dieses vor 2023 verlassen kann. Eine weiterhin sparsame Haushaltsführung ist deshalb angezeigt."

Das Wasser beschäftigte die Stadt im abgelaufenen Jahr nicht nur bei der mühsamen Verlängerung des Konzessionsvertrages mit dem Versorger. Während es in den Haushalten der Bürger weiter zuverlässig aus dem Kran fließt, blieb das Schwimmbecken im Underberg-Bad bei schönstem Badewetter leer. "Hier war es nicht KWW, sondern KWB. Kein Wasser im Becken", beschrieb Tatzel das Malheur mit der Pumpe, um dann auf die Notwendigkeit des Paktes für den Sport hinzuweisen. Der habe im vorigen Jahr ein in drei Phasen gegliedertes Bäderkonzept entwickelt. Primäres Ziel sei es, unter dem Vorzeichen der angespannten Haushaltslage die Wirtschaftlichkeit der Bäder langfristig zu verbessern. Spontanen Applaus erntete Tatzel für die Meldung, dass sowohl ein Sonnensegel im Bereich des Planschbeckens im Underberg-Bad als auch die Installation eines Fontänenfeldes auf dem Großen Markt durch eine Spende der Sparkasse am Niederrhein ermöglicht wurden.

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Für 2018 haben sich Bürgermeister und Verwaltung mehr Transparenz und Bürgerinformation vorgenommen. So soll es am 31. Januar in der Mensa der Europaschule eine erste Infoveranstaltung zur Zukunft der Lernstätte geben, zu der Eltern und Schüler eingeladen werden. Veranstaltungen dieser Art sind auch bei einem Gedankenspiel Tatzels angeraten. Weil das Amplonius-Gymnasium durch die Rückkehr zu G9 erhöhten Platzbedarf bekommt, lautet der Vorschlag des Bürgermeisters: "Wir sollten die Möglichkeit prüfen, ob durch die Verlegung der Bibliothek und / oder der VHS zur Montessori-Schule die Räumlichkeiten im Konvikt für das Amplonius-Gymnasium umgebaut werden können."

Traditionell wird bei den seit 1986 stattfindenden Neujahrsempfängen das Engagement Ehrenamtlicher gewürdigt. Diesmal erhielten 68 Wahlhelfer fdie Ehrennadel der Stadt Rheinberg. Eine davon ist Regina Braciak. Die städtische Angestellte unterstützt Rheinberger Wähler seit 25 Jahren beim Urnengang. Ihre Erfahrungen bei rund 50 Wahlen sind positiv: "Viele bedanken sich nach der Wahl sehr herzlich für unseren Einsatz." Susanne Griesbach, die in Orsoy seit 17 Jahren an den Urnen sitzt, schätzt den persönlichen Kontakt: "Man trifft bei Wahlen Menschen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat und kommt ins Gespräch."

(erko)