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Rheinberg: Drogendealern ging es vor allem ums Geld

Rheinberg : Drogendealern ging es vor allem ums Geld

Zwei Frauen und ein Mann müssen sich seit gestern wegen Handels mit Betäubungsmitteln vor der auswärtigen großen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers verantworten.

Zum Prozessauftakt zeigten sich alle drei Täter reumütig und legten Geständnisse ab. Dem 43-jährigen Moerser war seine Jahrzehntelange Drogensucht zum Verhängnis geworden. Er hatte mehrfach 100 Gramm Heroin von einer der Frauen gekauft. Damit finanzierte er seinen Konsum.

Was die beiden Frauen zu den Taten verleitete, war aber keinesfalls die Sucht. Bei der 26-jährigen Sonsbeckerin standen finanzielle Aspekte im Vordergrund. Sie gab sich gestern als Haupttäterin zu erkennen. Sie verhandelte mit den Dealern in den Niederlanden, gab Bestellungen auf, transportierte die Drogen. Auch den Verkauf organisierte sie selber.

Ein teures Auto finanziert

Mit dem Geld habe sie ihr teures Auto finanziert, gab sie zu. Schon lange vor ihrer Festnahme habe sie sich von Bekannten Geld für das Fahrzeug geliehen. Genau diese Bekannten hätten ihr dann Kontakte zu Drogenhändlern in den Niederlanden vermittelt.

Nach dem Tod ihres Freundes habe sie Geld gebraucht. Neun Mal sei sie zwischen November 2011 und Januar 2012 nach Rotterdam gefahren und habe jeweils zwischen 800 und 1300 Gramm Heroin dort gekauft. Die Drogen brachte sie in einen von ihr in Alpen angemieteten Container. Dort portionierte und verpackte sie das Pulver, bevor sie es an zahlreiche Abnehmer weitergab.

Das Heroin wurde größtenteils in Xanten, Wesel, Moers, Rheinberg und Bottrop verkauft. Nach Schätzungen des Gerichts hatte die Frau durch den Weiterverkauf in Deutschland etwa 32 000 Euro Einnahmen im Monat. Das hielt sie aber keinesfalls davon ab, für sich und ihren Sohn Sozialleistungen einzustreichen. Ermittler hatten bei ihrer Festnahme nicht nur Drogen, sondern auch ein gut gefülltes Sparbuch gefunden.

Die 26-Jährige hatte zwar in der Vergangenheit Heroin konsumiert, befand sich aber im Methadonprogramm. Ihre Freundin, eine 30 Jahre alte Frau aus Voerde, war aus Freundschaft zur Komplizin geworfen. Mit Drogen habe sie nie etwas zu tun gehabt, gab sie an. Zunächst habe sie die 26-Jährige bei Auslieferungsfahrten unterstützt und nur geahnt, welchen Geschäften sie nachgeht. Später sei ihr dann klar gewesen, worum es ging.

Schmuggelfahrten

Bei Schmuggelfahrten habe ihre Freundin an der Grenze und nach Streifenwagen Ausschau gehalten. Oft habe sie auch Abnehmer beliefert. Dafür habe sie auch Geld erhalten. Inzwischen sehe sie ein, dass es ein Fehler war ihr zu helfen.

(bil)