Rheinberg: Dr. Aloys Wittrup: heute vor 130 Jahren geboren

Rheinberg: Dr. Aloys Wittrup: heute vor 130 Jahren geboren

Er war ein verdienter Geistlicher, engagierter Pädagoge, ein Wissenschaftler und ein Politiker – der Rheinberger Ehrenbürger Dr. phil. Aloys Wittrup, der heute auf den Tag genau vor 130 Jahren, am 17. Mai des Jahres 1877 in Everswinkel im Kreis Warendorf, geboren wurde.

Nach Schulbesuch in Everswinkel und Besuch der Präparandenanstalt in Werden/Ruhr machte er 1899 sein Abitur am Burggymnasium in Essen. Anschließend studierte Aloys Wittrup Theologie und Philosophie in Münster. Am 6. Juni 1903 wurde er im Hohen Dom zu Münster zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Aushilfstätigkeit an der Rektoratschule in Sterkrade wurde der junge Priester und Lehrer vom Bischof von Münster nach Rheinberg versetzt mit der Aufgabe eine Rektoratschule mit humanistischem Zweig zu gründen.

Ab 1903 in Rheinberg

Am 15. September 1903 trat Wittrup seine Stelle in Rheinberg an. 1907 legte er dann die Rektorprüfung am Provinzialschulkollegium in Koblenz ab. Von Rheinberg aus promovierte Wittrup 1914 zum Dr. phil. Mit der Dissertation „Die Rechts- und Verfassungsgeschichte der kurkölnischen Stadt Rheinberg“ an der Universität Münster. In den folgenden Jahren betätigte sich Wittrup nicht nur als Priester und Lehrer, sondern ebenso engagiert als Politiker und Wissenschaftler. Aloys Wittrup gründete in Rheinberg den Katholischen Arbeiterverein, den späteren KAB, und wurde sein 1. Präses.

Aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten gelangte Wittrup bereits 1906/1907 an die Spitze der Rheinberger Zentrumspartei und war in vielen Ausschüssen und Vereinen tätig. So war er z. B. Mitglied im städtischen Wohlfahrtsausschuss, im Elisabethverein und Vorstandsmitglied der gemeinnützigen Baugenossenschaft.

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Im Jahre 1932 wurde Aloys Wittrup während einer Italienreise von Papst Pius XI. in einer Privataudienz empfangen und von ihm zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt. Das berechtigte ihn, den Titel Monsignore und die Bezeichnung Prälat zu führen.

Erst Münster, dann Emsdetten

1939 legte Wittrup kurz vor Erreichen des Ruhestandsalters – wohl auch aus politischen Gründen – die Leitung der Rektoratschule nieder und siedelte nach Münster und später Emsdetten über. Auch nach seiner Pensionierung hielt Dr. Wittrup den regen Kontakt zu Rheinberg weiter aufrecht und veröffentlichte „Aus Rheinbergs vergangenen Tagen“ sowie die „Schulgeschichte der Stadt Rheinberg“. Zeit seines Lebens hat er die Entwicklung der ehemaligen Rektoratschule zum Rheinberger Amplonius-Gymnasium verfolgt und begleitet. Am 11. Juni 1949, dem Tag der 500-Jahr-Feier des alten Rheinberger Rathauses, wurde Dr. Aloys Wittrup für seine Verdienste die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rheinberg verliehen. Dieses Ereignis wurde mit Gottesdienst, einer festlicher Ratssitzung und einer feierlicher Bürgerversammlung besonders würdig begangen.

Am 17. Juli 1961 starb Rheinbergs Ehrenbürger Dr. Aloys Wittrup in der Stadt Münster. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Annaberg.

(RP)
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