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Dorfwette: Veen besiegt Brudermeister der Nikolaus-Schützen

Dorfwette zur Kirmes : Veener besiegen Brudermeister

Bei der Dorfwette sollten 30 der Krähennest-Regenten mit Königskette auf die Bühne kommen. Auch die 99-jährige Katharina Büren ließ sich den Auftritt nicht entgehen.

Der Veener Kirmessonntag ist traditionell den Familien mit Kindern vorbehalten. Die Jüngsten durften sich wieder mal so richtig austoben auf dem Bungee-Trampolin, der Hüpfburg oder der Strohballenburg. Highlight war aber sicherlich die Schiffschaukel aus dem 19. Jahrhundert. Da ließen sogar Erwachsene ihr Kindheitserinnerungen aufleben. Allerdings nur, wenn die Fahrtüchtigkeit noch gegeben war, erzählt „Schiffschaukelbremserin“ Uta Teinert: „Wer zu tief ins Glas geschaut hat, darf nicht ins Bötchen, das ist einfach zu gefährlich.“

Mit großer Spannung erwartet wurde wieder einmal, was sich Aloys van Husen, Brudermeister der St.-Nikolaus-Schützen, dieses Mal als Dorfwette ausgedacht hatte. „Das fing vor 13 Jahren an“, erinnerte er an die Ursprünge dieser inzwischen zur Tradition gewordenen Idee. „Ich hatte gewettet, dass die Veener es nicht schaffen, einen Wanderpokal mit Underberg zu füllen“, erzählte van Husen. 3000 Fläschchen mit dem Magenbitter hätten die Veener in den Pokal gekippt. Damit war die Wette gewonnen. Seitdem sind van Husens Wetten stets der Höhepunkt am Kirmessonntag.

 Schützenkönig Simon Lutter und Königin Nesrin Biricik (Mitte) stellen ihr Throngefolge vor. 
Schützenkönig Simon Lutter und Königin Nesrin Biricik (Mitte) stellen ihr Throngefolge vor.  Foto: Armin Fischer (arfi)
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Und auch dieses Mal hatte sich der Landwirt wieder etwas Besonderes ausgedacht. „Weil in den letzten beiden Jahren die Schützenfeste wegen Corona ausfallen mussten, haben wir die Veener Nachbarschaften, Vereine und Freundeskreise aufgerufen, unter dem Motto Schützenfest im Krähennest ihre eigenen Könige oder Königinnen zu ermitteln“, erklärte der Brudermeister. So wettete er, dass die Veener es nicht schaffen, 30 dieser Würdenträger und -trägerinnen mit Königskette auf die Bühne im Zelt zu bekommen. „Der Hintergrund ist, dass wir diesen Menschen auch ihre verdiente Ehre zuteil werden lassen wollen“, sagte der Herausforderer. Wie so oft hat er – irgendwie auch gewollt – die Rechnung ohne sein geliebtes Dorf gemacht. So trudelten immer mehr Menschen mit einer Schärpe am Kirmesplatz ein. Darunter mit der 99-jährigen Katharina Büren die wohl älteste Schützenkönigin vom Niederrhein.

Marc Burresch und Sandra Hirschfeld waren die Würdenträger vom Spargelhof Schippers. Aber wie wurden die ermittelt – ohne Schießstand? „Wir haben das mit dem Luftgewehr gemacht“, verriet Roman Merkewitsch. Niklas van Bebber vom Kegelclub Athletic Bierbauch hatte sich die Würde klassisch mit der Armbrust erkämpft. „Ja gut, es war eine Kinderarmbrust mit Styroporkügelchen, aber immerhin.“ Kreativität bewies der Kegelverein auch bei der Erstellung der Königskette, für die kurzerhand Bierdeckel in Alufolie gewickelt und auf eine Kordel gezogen wurden.

Dass man einen neuen Schützenkönig nicht unbedingt ausschießen muss, machte der KC Wacker durch ein Trinkspiel deutlich. „Wir haben Bier-Pong gespielt. Ich habe die meisten Tischtennisbälle ins Bierglas getroffen“, erzählte König Michael Keisers. Am Ende schafften es 30 Königinnen und Könige auf die Bühne und sorgten dafür, dass Brudermeister Aloys van Husen am Montag nach der Gefallenenehrung jedem Schützen ein Bier und einen Underberg ausgab. Der Brudermeister hat übrigens auch noch eine kleine Nebenwette verloren, weil er es nicht für möglich hielt, dass Kerstin Bühren und Thomas Ahls als Duo auf die Bühne kommen, um im Duett das Lied „Mein Dörfchen, mein Veen“ zu singen.

Simon Lutter, der amtierende König der Bruderschaft, hatte am Samstagabend seinen großen Auftritt, als er seine Königin Nesrin Biricik und sein Throngefolge nach der feierlichen Parade auf dem Sportplatz der Borussia zum königlichen Galaball ins Festzelt führte.

(erko)