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Dietmar Heyde (Grüne) will Verkehrsprobleme in Rheinberg angehen

Stichwahl in Rheinberg : Bürgermeisterkandidat Dietmar Heyde will Verkehrsprobleme angehen

Der Bürgermeister-Kandidat zeigte dem grünen Europa-Parlamentarier Sven Giegold neuralgische Punkte in Rheinberg. Es ging auch um den Bahnhof und Verkehrsprobleme durch den Amazon-Standort.

Sven Giegold ist kein Rheinberger, kennt sich in der Sadt aber inzwischen ein wenig aus. Zum dritten Mal kam der Europaabgeodnete – seit 2009 gehört er dem Parlament an – jetzt nach Rheinberg. Diesmal, um Dietmar Heyde zu unterstützen. Der Millinger möchte Bürgermeister werden und tritt am Sonntag in der Stichwahl gegen Frank Tatzel an.

„Wir haben Gemeinsamkeiten“, so Giegold. Eine ist das Thema Amazon. Der Europa-Grüne: „Wir wollen beide, dass Amazon anders mit bestimmten Dingen umgeht. Dietmar Heyde kämpft in Rheinberg dafür, dass die verkehrliche Situation beser wird, ich setze mich dafür ein, dass Amazon auch in Deutschland Steuern zahlt.“

Bei einem Spaziergang durch die Stadt schauten sich die beiden, begleitet von Freunden aus dem Grünen-Ortsverband, verschiedene Punkte an. So den Bahnhof, wo die Probleme mit der Regionalbahnstrecke 31 erörtert wurden. Eine halbstündige Taktung und ein zweites Gleis müssten her – da waren sich die Politiker einig.

Kritisiert wurde zudem der starke Schwerlastverkehr auf der Bahnhofstraße, für den auch Amazon mitverantwortlich sei. Tag für Tag erreichen und verlassen jede Menge Lkw das Logistikzentrum, das seit genau neun Jahren besteht. Auch die Situation auf der Straße Minkeldonk, die jetzt wieder in zwei Richtungen befahren werden kann, wurde als nach wie vor unbefriedigend beschrieben. Immer noch reihen sich dort Lkw aneinander, wenn auch deutlich weniger als nich vor Wochen. Der Amazon-Parkplatz II nimmt inzwischen auch Lkw auf, allerdings deutlich weniger, als Platz für die da wäre. Da muss noch baulich nachgebessert werden.

Die Fahrer, besonders die aus Osteuropa, seien die Leidtragenden. Sie fahren oftmals zu den Tarifen ihrer Länder. Deswegen reicht das Geld nicht aus, sich eine einfache Unterkunft für eine Übernachtung zu buchen. Oftmals brutzeln sich die Fahrer ihre Mahlzeiten auf der Straße neben ihren Brummis. Giegold: „Wir schätzen, dass eine Million Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze arbeiten. Das sind Zustände, die wir nicht haben wollen. Das ist Wild-West-Kapitalismus.“ Auf der anderen Seite müsse man Amazon zu Gute halten, dass das Unternehmen auch Flüchtlinge beschäftigt, die sonst möglicherweise keine Arbeiten hätten.

Dem Spaziergang schloss sich die 13-jährige Thais aus Rheinberg an. Das Mädchen hatte gehört, dass Dietmar Heyde mit Sven Giegold in Rheinberg unterwegs ist und nutzte die Gunst der Stunde: „Ich habe einige Fragen zum Klimaschitz“, sagte die Schülerin. Die beantwortet der Kandidat gerne.