Rheinberg: Die "Zielstrebige" bringt Millingen in Schwung

Rheinberg: Die "Zielstrebige" bringt Millingen in Schwung

Der Elferrat der St.-Ulrich-Schützenbruderschaft freut sich über zwei gelungene Büttensitzungen.

Wenn Bienen und Kühe gemeinsam in einer Turnhalle sitzen und schunkeln, dann ist es wieder soweit: Der Elferrat der St.-Ulrich-Schützenbruderschaft hat zur Büttensitzung geladen. Als erste Attraktion des Abends betrat Prinzessin Jessica I. die Bühne und machte gleich deutlich, was es mit dem Motto "Ein jecker Kopp und jecke Beene, der Rest, der tanzt ganz von alleene" auf sich hat. "Die Zielstrebige" zog die 140 Narren in der Halle sofort in ihren Bann und bekannte: "Als Prinzessin hier oben zu stehen übertrifft wirklich alles."

Im Anschluss betrat mit Petra Heinen ein echtes Millinger Urgestein die Bütt. Die ehemalige Prinzessin nahm die Millinger als Stewardess von Air Berlin mit auf die Reise von irgendwo nach nirgendwo. Dabei untermalte sie ihre Rede immer wieder mit umgetexteten Schlagern. So wurde aus dem fehlenden Bier auf Hawaii "Es wartet keiner zu Haus, drum bleib ich hier". Als arbeitslose Stewardess, so Heinen, habe man ihr einen Job beim aufstrebenden Flughafen in Alpsray angeboten: "Aber der ist so klein, den habe ich nicht gefunden." Ein absoluter Höhepunkt der Millinger Sitzung war der Auftritt der Aldekerker Showtanzgruppe "Chili Chicks" unter der Leitung von Jenny Spillmann. Die 14 Mädchen im Alter zwischen elf und 17 Jahren brachten nicht nur rein optisch die "Extraportion Glitter in den Saal", wie Sitzungspräsident Thorsten Jesse feststellte, sondern überzeugten auch sonst auf ganzer Linie. War schon der Einlauf durch die Halle die reinste Show, sorgten sie auf der Bühne dafür, dass es niemanden mehr in der Halle auf seinem Stuhl hielt. Starke Hebefiguren und atemberaubende Radschläge, eingebunden in eine perfekte Choreografie ließen das Publikum vehement nach einer Zugabe verlangen. Klar, dass Thorsten Jesse die "Chili Chicks" noch auf der Bühne für das kommende Jahr buchte. Paul van Holt erzählte danach als "Die Dummsau" Geschichten aus der Nachbarschaft. Mit dabei seine "Männerhandtasche", eine Werkzeugkiste voller Bier. Als echter Millinger Karnevalist konnte er sich einen Seitenhieb auf den Nachbarort natürlich nicht verkneifen: "Wisst ihr, wie man das Dorfleben in Ossenberg aus der Ruhe bringen kann? Man stellt einfach am falschen Tag die Mülltonne raus."

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Als zwei heimatlose Bienen thematisierten Dagmar und Thomas Gilles den Abriss der Gaststätte "Zum Bienenhaus". "In Rheinberg haben sie alles, aber wir haben keine Kirche, keinen Markt, keine Kneipe und keinen Saal. Selbst die Bienen wissen nicht mehr wohin."

Zu den vielen Gastvereinen, die den Millingern ihre Aufwartung machten, gehörten der Krefelder Karnevalszugverein Oppum mit Prinz Sebastian I. und Prinzessin Jessica I., die Rhinberkse Jonges, das 1.OKK Orsoy, der KAG Ossenberg sowie die KG Rot Weiß Borth. Zu den weiteren Höhepunkten des Abends zählten der Gardetanz der "Oschauer Funken", die Millinger Elfis sowie die "Sandhasen" mit ihren traditionellen "Kölsche Tön".

(RP)
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