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Rheinberg: Die Stadt muss ins Kanalnetz investieren

Rheinberg : Die Stadt muss ins Kanalnetz investieren

Themen im Rheinberger Bau- und Planungsausschuss: Abwasserbeseitigungskonzept und Budberger Pumpen.

186 Kilometer lang ist das Abwasserkanalnetz im Rheinberger Stadtgebiet. Es gibt 35 Pumpwerke, 307 Gruben- und Kleinkläranlagen, sieben Regenwassereinleitungen und sechs Versickerungsanlagen. Die Stadt muss über ein Abwasserbeseitigungskonzept sicherstellen, dass die Kanalisation einwandfrei funktioniert und die Abwässer zur Kläranlage oder - im Falle von Regenwasser - in die Vorfluter gelangen. Diese Abwasserbeseitigungskonzepte gelten in NRW für jeweils sechs Jahre. Ende des Jahres läuft das für Rheinberg aus, es muss nun für die Jahre 2015 bis 2020 fortgeschrieben werden. Die Stadt hat das Ingenieurbüro Pecher (Erkrath) beauftragt. Gert Graf-van-Riesenbeck vom Büro Pecher stellte die Daten dem Bau- und Planungsausschuss vor.

Für die jährlichen Wartungsarbeiten am Kanalnetz - Netzprüfung, TV-Untersuchungen und Unterhaltung -, so hat Graf-van Riesenbeck errechnet, muss die Stadt Rheinberg 550 000 Euro hinblättern. Tatsächlich komme die Stadt bei diesem Posten mit weniger Geld aus, korrigierte Beigeordneter Dieter Paus in der Sitzung. Hinzu kommen 300 000 Euro für Instandhaltung und Kanalsanierung. Eine Million Euro muss die Stadt pro Jahr für bergbaubedingte Erneuerungen am Kanalnetz bereitstellen, weil der Bergbau die Schäden nur zum Teil ausgleicht. Investiert werden müssen in nächster Zeit auch in die Regenwassereinleitungsanlagen an der Römerstraße (240 000 Euro), am Bahnhofsvorplatz (20 000 Euro) und am Parkplatz bei Penny am Annaberg (190 000 Euro). Insgesamt muss die Stadt für die Pflichtaufgabe "Abwasserbeseitigungskonzept" für die nächsten sechs Jahre 12,1 Millionen Euro einplanen.

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Eine ordentliche Stange Geld. Dieter Paus erinnerte daran, dass sich die Abwasserbeseitigung durch die beiden neuen Baugebiete in Budberg (Rheinberger Straße) und Rheinberg (Moerser Straße) der Aufwand noch erhöhen wird. Der Beigeordnete erinnerte daran, dass es eine gesetzliche Verpflichtung gebe, ein Abwasserbeseitigungskonzept umzusetzen. Paus: "Es hat übrigens keine Auswirkungen auf den Haushalt, weil es durch Gebühren finanziert wird."

Ganz besonders im Fokus steht das Budberger Kanalnetz: Dort hatte es am 29. April durch eine Fehlerkette einen schlimmen Vorfall gegeben. Dutzende Keller waren vollgelaufen (die RP berichtete). Gert Graf-van Riesenbeck stellte das Ergebnis einer hydraulischen Untersuchung des Kanaletzes vor. In Budberg, so der Bericht, muss die Leistung in den beiden Pumpstationen deutlich erhöht werden. Das kostet laut Robert Braun, Fachbereichsleiter Tiefbau, 160 000 bis 170 000 Euro. Zudem müssen 770 Meter Kanal (unter anderem in der Dresdener Straße und in der Ginsterstraße) erweitert werden. Insgesamt schlagen diese Maßnahmen mit 1,23 Millionen Euro zu Buche (Kosten für die Pumpen nicht eingerechnet).

"Aber auch wenn diese Maßnahmen umgesetzt sind, kann es an 15 Schächten immer noch zu einem Überstau kommen", sagte der Ingenieur. "Das Netz kann nicht bei allen Starkregen alles aufnehmen."

Die Stadt solle bitte auf jeden Fall Kontakt zu den Budbergen aufnehmen und sie beraten, wie sie ihre Objekte schützen können, bat Luise Theile (Grüne). Joachim Schmitz (SPD) wollte die Frage beantwortet haben, ob Rückstauklappen als Schutzmaßnahmen ausreichten.

(RP)