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Die "Neue Mitte" in Alpen nimmt im nächsten Jahr Gestalt an

Stadtentwicklung in Alpen : Für die „Neue Mitte“ wird es nun Zeit

Der Bauausschuss stimmt der Planung zu: In Höhe der Sparkasse soll die Burgstraße ein neues Pflaster erhalten, auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt unterwegs sind. Dann soll „die gute Stube“ schicke Möbel bekommen.

Das Gesamtpaket Stadtumbau in Alpen wird zwar aufgrund der recht schwierigen Finanzlage deutlich zurückgefahren. Aber der Kern bleibt erhalten und soll im nächsten Jahr auf jeden Fall umgesetzt werden. Im Herzen des Ortes soll das „Wohnzimmer“ Gestalt annehmen, in dem sich die Menschen möglichst wohl fühlen. Neben den baulichen Veränderungen gehört dazu auch ein neues Verkehrskonzept für die Dorfader Burgstraße.

Die soll so umgestaltet werden, dass Tempo 20 eingehalten wird und alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt nebeneinander unterwegs sind – „Shared space“ nennen das die Experten. Damit das am Ende auch funktioniert und die Orientierung nicht verloren geht, soll es ein komplett neues Pflaster geben, das in der Mitte tiefrot ist, die Spur für motorisierten Verkehr vorzeichnet, nach außen hin immer heller wird und so den Raum für Fußgänger und Radler vorzeichnet. Der Ausschuss für Bau und Planung hat dieses Konzept vom Grundsatz her einhellig gebilligt, schlägt allerdings vor, den roten Bereich noch etwas schmaler zu machen, wie die Grünen es vorschlugen. Autos sollen sich künftig nicht ganz so breit machen in Alpens guter Stube.

Mit Blick auf die Kosten – im Haushaltsentwurf sind für die „neue Mitte“ knapp eine halbe Million Euro vorgesehen – wies Bürgermeister Thomas Ahls in der Sitzung darauf hin, dass der Umbau der Burgstraße nicht nur eine reine „Geschmacksfrage“ sei, sondern die Dorfader ohnehin dringend saniert werden müsse. „Wer da mit dem Fahrrad mal lang fährt, merkt das Klappern des Pflasters ganz deutlich“, sagte der Vielradfahrer Ahls. Das alte Pflaster liege derart lose, dass das bloße Ausstreuen der Fugen mit Sand bei Weitem nicht ausreiche, um es zu beruhigen und das große Ruckeln zu beenden. Der Untergrund der Straße sei bretthart. Es müsse alles von Grund auf ertüchtigt werden.

Die CDU signalisierte grünes Licht für die Umbaupläne. „Gut, dass wir mit dem Herzstück des Stadtumbaus inzwischen an dieser Stelle angekommen sind“, sagte Markus Kellings. Die Grünen freuen sich, dass Tempo rausgenommen wird aus dem Ort und damit das „Wohlgefühl für alle steigt“. Willi Schellen formulierte den Wunsch, das Pflastermosaik „von Kirche zu Kirche“ zu legen.

Die SPD betrachtet die Pläne „mit gebremstem Schaum“, mahnte, den beim Neubau der Brücke über die Alpsche Ley gebeutelten Einzelhandel frühzeitig mit ins Boot zu holen. Das möchte auch die FDP, ist aber wesentlich euphorischer, was die Innenarchitektur angeht: „Sieht schön aus“, fand Anna-Marie Hommen. Nicken vom Vertreter des Neulings Die Partei.

Der Platz in Höhe Sparkasse/Amaliengalerie soll neben dem neuen Bodenbelag auch mit den exklusiven Möbeln, wie sie bereits sei längerer Zeit gegenüber dem Rathaus stehen, bestückt werden, um sich als einladender Treffpunkt für Alpener und ihre Gäste zu entwickeln.

Ebenfalls im nächsten Jahr steht die Neugestaltung des Kurfürstin-Amalia-Platzes an der evangelischen Kirche zur grünen Oase auf dem Stadtumbau-Plan. Geschoben wird dagegen der Ausbau der kompletten Dorftrasse zwischen Netto und Mühlenweg hinter dem Schmuhls­berg. Hier stehen zwischen den beiden Enden in den kommenden Jahren mit dem Amalia-Platz, dem Rossmann-Gebäude an der Ecke Ulrichstraße der Bebauung des Willy-Brandt-Platzes noch erhebliche Veränderungen an.