Alpen: Die Lineg erklärt im Rat ihre Pläne

Alpen : Die Lineg erklärt im Rat ihre Pläne

Die Lineg hat jetzt auch den Rat in Alpen über die geplante Gewässerregulierung des Nordgebietes informiert. Dabei waren die Lineg-Vertreter bemüht, Sorgen zu zerstreuen.

Der Lineg hat die gesetzliche Aufgabe, dass vom Bergbau verursachte Geländeabsenkungen zu Wasserverunreinigungen und Überschwemmungen führen. In Salzbergbaugebieten sind Bodensenkungen bis zu 200 Jahre lang möglich. Der Salzabbau in der Region hat 1927 in Borth begonnen. Erste Pumpanlagen wurden 1982 installiert, erläuterte Lineg-Ingenieur Ralf Kempken. Derzeit wird noch unter der Bislicher Insel und Menzelen-West Salz abgebaut. Der dem Rat vorgestellte Plan zur Gewässerregulierung will Schäden vorbeugen.

Lineg-Ökologin Susanne Leese-Bartram erklärte, dass vor der Planung die durch die Senkungen entstehenden Beeinträchtigungen aufgenommen wurden. Bei sämtlichen Maßnahmen habe immer der Mensch Vorrang, doch auch Naturschutz sowie der Zustand der Böden würden berücksichtigt. Wertvolle Bäume sollen erhalten bleiben, Brutzeiten müssten berücksichtigt und Böden möglichst verbessert werden.

Ralf Kempken erläuterte den technischen Entwurf, wobei er auf den naturnahen Ausbau der Borth'schen Ley, die auch das Alpener Abwasser aufnimmt, besonders einging (wir berichteten). Projektleiter Ralf Kempken betonte mehrfach, dass die Lineg weiter dafür einstehen werde, dass die Keller in Alpen auch bei Hochwasser trocken bleiben. Er ging zudem auf die 1982 installierte Pumpanlage im Freizeitsee in Menzelen-Ost ein, die erneuert werden muss und künftig auf dem Gelände der Firma Hülskens stehe.

Bürgermeister Thomas Ahls versprach, dass der Rat das komplexe Thema aufmerksam verfolgen werde. Er geht aber davon aus, dass die Maßnahmen in Menzelen-Ost zu einer Verbesserung führen, da ein Teil des Wassers gar nicht mehr bis in den Ort fließen wird. Ahls begrüßte auch, dass ein flächendeckender Stromausfall künftig weniger problematisch sei, da nach dem neuen Konzept ein Gutteil des Wassers von selbst also ohne Pumpen abfließt. Die Angst von CDU-Fraktionschef Günther Helbig sowie der Grünen, es könnten Kosten für die Gemeinde entstehen, zerstreute Kempken: Die Verursacher, also der Salzbergbau, komme für sämtliche Maßnahmen auf. Sollten die Maßnahmen über Privatgrundstücke führen, werde keine Enteignung stattfinden. Man werde mit betroffenen Landwirten in Kontakt treten.

Helbigs Frage, ob die Menzelner Flöth künftig weniger Wasser führen werde, bejahte Kempken. Allerdings versicherte er, dass der Graben nicht zum stinkenden Abwasserkanal verkomme.

Ein Anwohner der Borth'schen Ley führte aus, er habe bei Einsicht der Pläne mit Schrecken gesehen, dass er seine Wiese künftig nicht mehr betreten und die Kopfweiden nicht mehr würde pflegen können. Kempken erläuterte, dass alle Betroffenen noch angesprochen würden. Jeder habe die Möglichkeit, seine Einwendungen zu machen.

Auch der Befürchtung eines Anwohners aus Drüpt, der Ortsteil könne bei Hochwasser überschwemmt werden, wenn die Pumpen ausfallen, trat Kempken entgegen. Es sei unwahrscheinlich, dass drei unabhängige Dieselpumpen gleichzeitig ausfallen. Allerdings: "Ein Restrisiko bleibt immer."

(RP)
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