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Interview Christa Holtwick: "Die Jubo ist für alle Jugendlichen da"

Interview Christa Holtwick : "Die Jubo ist für alle Jugendlichen da"

Die Bönninghardter Jugendgruppe besteht seit 45 Jahren und ist nicht konfessionell gebunden. "Offene Tür" im Angebot.

Bönninghardt Die Jugendgruppe Bönninghardt besteht seit 45 Jahren. Aus diesem Anlass waren die Kinder und Jugendlichen bei den Karl-May-Festspielen in Elspe zu Gast (die RP berichtete). Wie die "Jubo" entstanden ist und was sie von anderen Jugendgruppen unterscheidet, erfuhr die Rheinische Post im Gespräch mit Christa Holtwick, die zwar kein Gründungsmitglied der Jubo ist, aber seit 43 Jahren in vorderster Reihe mit dabei ist und viele Jahre erste Vorsitzende war.

Frau Holtwick, die Jubo ist eine unabhängige Gruppe, ist weder bei der Gemeinde Alpen verankert, noch konfessionell ausgerichtet. Wie kam es dazu?

Christa Holtwick Die Idee, eine Jugendgruppe zu gründen, hatte damals Johannes "Chang" Schmitz. Der Pfarrgemeinderat wollte seinerzeit etwas für die Jugend tun. Der damalige Kaplan riet allerdings davon ab, eine konfessionell gebundene Gruppe aufzubauen. Es sei besser, etwas für alle Kinder im Ort anzubieten.

Und das hat funktioniert?

Holtwick Ja, die Jubo-Arbeit begann mit den Zeltlagern am Eyller See, die wir noch bis vor wenigen Jahren ausgerichtet haben. Dann sind nach und nach die Gruppen entstanden. Die Jubo war übrigens von Anfang an in der alten Schule untergebracht. In den siebziger Jahren beschloss die Gemeinde dann, die Schule abzugeben. Ideal für die Jubo, wir haben die Räume übernommen. Aus diesem Grund wurde später, in den achtziger Jahren, der Verein gegründet.

Kinder- und Jugendarbeit hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, die Jubo aber ist immer noch da. Was ist das Erfolgsrezept?

Holtwick Ich glaube, dass die Jugendgruppe schon so lange existiert, weil so viele verschiedene Altersgruppen vertreten sind. Wir haben eine gute Mischung. Ganz entscheidend ist, dass viele der Kinder, die die Jubo früher besucht haben, später selbst zu Gruppenleitern geworden sind. Und irgendwann trifft man deren Kinder wieder.

Was hat sich verändert?

Holtwick Früher haben die Kinder seltener den Ort verlassen. Da war es noch viel wichtiger, Angebote zu machen.

Wie finanziert sich die Jubo-Arbeit eigentlich?

Holtwick In erster Linie über den Kreis Wesel. Wir bekommen Geld und müssen im Gegenzug eine ,Offene Türe' anbieten. Das ist in Bönninghardt mehrmals pro Woche der Fall. Aber auch die Gemeinde Alpen unterstützt unsere Arbeit.

UWE PLIEN FÜHRTE DAS INTERVIEW.

(RP)