Rheinberg: Die Geschichte der Rheinberger Feuerwehr

Rheinberg : Die Geschichte der Rheinberger Feuerwehr

Schon während seiner aktiven Zeit in der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg hat Karl-Heinz Rötgens Buch geführt. In Jahreschroniken hat er die wichtigsten Ereignisse dokumentiert. "Viel Material ist wegen Zeitmangels allerdings auch unsortiert und unbearbeitet in einer Kiste gelandet", gibt der 64-jährige Bauingenieur zu, der nun seit anderthalb Jahren den Vorruhestand genießt.

Jetzt will er Zeit und Gelegenheit nutzen, eine komplette Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg von der Gründung im Jahr 1879 bis heute zu erstellen. "Dabei kann er auf unsere Unterstützung setzen", sagt Theo Geßmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Rheinberg. Und auch die Stadt Rheinberg hat signalisiert, die Arbeit von Rötgens wo immer möglich zu unterstützen.

So ist der Rheinberger derzeit häufiger Gast im Stadtarchiv. Immer dienstagsnachmittags recherchiert er hier in alten Unterlagen, Zeitungen, Dokumenten und Fotos. Mit wertvoller Hilfe von Stadtarchivarin Sabine Sweetsir. Und auch in den Unterlagen der Stadtverwaltung — genauer gesagt des Bauamtes — ist Rötgens schon fündig geworden. "In diesem konkreten Fall ging es um das alte Gerätehaus am Außenwall", so der 64-Jährige. Für ihn gilt es: Akten aufzustöbern, bevor diese nach der Aufbewahrungsfrist möglicherweise im Shredder landen und für immer verloren gehen. Mittlerweile hat Rötgens die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so einfach ist, selbst aus jüngster Vergangenheit entscheidende Informationen zusammen zu tragen. Dokumentationswahn? Fehlanzeige. Beispiel: Rheinberger Jugendfeuerwehr, die erst 1961 gegründet wurde. "Es wurde augenscheinlich gar nicht so viel in Wort und Bild festgehalten wie man immer meint", zuckt Rötgens etwas ratlos mit den Schultern. Einziger Vorteil: Über Themen aus den letzten Jahrzehnten könne man im Gespräch mit Zeitzeugen bisweilen Interessantes erfahren.

Die Erstellung der Chronik gleiche derzeit einem Puzzle mit unzählig vielen Teilen, berichtet der Rheinberger Feuerwehr-Forscher. Geht es an einem Tag noch um die Feuerwehr während des Ersten Weltkrieges, recherchiert Rötgens am nächsten Tag rund um die Jugendfeuerwehr. Er arbeite derzeit eben an vielen Baustellen, um am Ende Rheinbergs Feuerwehrgeschichte zu einem großen ganzen Bild zusammenzufügen, so der pensionierte Bauingenieur.

Den Traum vieler Forscher und Historiker, bei den Recherchen über etwas bislang völlig Neues und Unbekanntes zu "stolpern", hat Karl-Heinz Rötgens nicht. "Das ist in diesem Fall eher unwahrscheinlich", schmunzelt der 64-Jährige.

Wie umfangreich die Chronik letztlich wird und wann sie erscheinen wird, ist allerdings noch nicht klar. "Wir setzen uns selbst nicht unter Zeitdruck; wichtig ist, eine gut recherchierte und fundierte Chronik herauszugeben", sind sich Karl-Heinz Rötgens und Theo Geßmann einig.

(RP/ac)
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