Benjamin Tomkins: Die Geheimnisse des Puppenflüsterers

Benjamin Tomkins: Die Geheimnisse des Puppenflüsterers

Der bekannte Bauchredner gastiert am Montagabend mit seinem Programm "King Kong und die weiße Barbie" in der Stadthalle.

Benjamin Tomkins zählt derzeit zu Deutschlands angesagtesten Bauchrednern. Sein Arbeitsgerät sind skurrile Puppen wie der Geist aus der Dose oder der rotzfreche Froschkönig. Mit seinem aktuellen Programm "King Kong und die weiße Barbie" ist er am Montagabend in der Rheinberger Stadthalle zu Gast. Darin geht er der Frage nach: Wie entsteht eigentlich Kommunikation und warum misslingt sie so oft?

Das Publikum vergisst dabei sehr schnell, dass auf der Bühne eigentlich nur "Stofffetzen mit Augen" im Dialog mit Benjamin Tomkins stehen. Die Komik, die aus diesen Situationen entsteht, ist wirklich einzigartig. Im Interview mit der RP erklärt der auf der Ostsee-Insel Poel lebende Entertainer, warum das Publikum schon früher kommen sollte und warum seine Nachbarn keine Grütze mehr sehen können.

Herr Tomkins, wie wird man zum Puppenflüsterer?

Tomkins Das war Zufall. Ich habe vor einigen Jahren im Fernsehen mit Freunden einen Bauchredner gesehen. Wir haben es danach selber probiert und bei mir hat es am besten funktioniert.

Ihre Puppen wie etwa der alte Sack oder der Geist aus der Dose sorgen schon rein äußerlich für Lacher. Wie kommen Sie an diese Puppen?

Tomkins Die erste habe ich ersteigert, mittlerweile mache ich sie selbst. Das ist nicht immer ganz einfach.

Warum nicht?

Tomkins Für den Geist in der Dose zum Beispiel habe ich im Großmarkt eine Fünf-Liter-Dose Grütze gekauft. Die muss man erstmal leer kriegen. Am Ende konnten meine Nachbarn keine Grütze mehr sehen.

Warum nutzen Sie Puppen, um die vielen kleinen und großen zwischenmenschlichen Probleme zu erklären?

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Tomkins Die Puppen sind so skurril und absurd, denen nimmt man das viel eher ab, als wenn ich das erzählen würde, was ich ja eigentlich mache. Aber das verdrängen die Menschen völlig. Das geht so weit, dass, wenn ich eine Puppe auf eine Holzkiste knalle, ein Raunen durchs Publikum geht.

Apropos: Stimmt es, dass Sie interessehalber mit dem Publikum reden?

Tomkins Ja. Ich versuche 20 Minuten vor jeder Aufführung, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Sie merken dann, dass ich ein ganz normaler Mensch bin und erzählen mir Dinge, die ich ins Programm einbinden kann. Das ist mir wichtig, weil ich auf der Bühne sehr viel improvisiere.

Helfen Ihre Puppen Ihnen dabei?

Tomkins Absolut. Wenn ich mal den Text vergesse, sieht mich die Puppe böse an und dann geht es schon irgendwie weiter.

Worum geht es in Ihrem aktuellen Programm "King Kong und die weiße Barbie"?

Tomkins Die Story steht wie keine andere Geschichte für misslungene Kommunikation. King Kong und die weiße Frau mögen sich ja, aber sie sprechen nicht die gleiche Sprache, weil er quasi einen Migrationshintergrund hat. Deshalb entstehen in unserer Gesellschaft Kriege, es scheitern Ehen und vieles mehr. Das Publikum erwartet am Dienstag eine Reise in die verbalen und nonverbalen Ab- und Hintergründe der Gedanken. Nicht selten erklärt die Puppe dem Menschen dabei das, was der Mensch einer Puppe eigentlich gar nicht erklären könnte.

Info: Benjamin Tomkins "King Kong und die weiße Barbie", Stadthalle Rheinberg, Dienstag 20 Uhr. VVK 18 Euro/ Abendkasse 20 Euro; Karten gibt es im Kulturbüro oder über den Online-Ticketshop)

(erko)