Rheinberg: Detailverliebte Landschaftsporträts

Rheinberg : Detailverliebte Landschaftsporträts

Christof Legde zeigt im Schwarzen Adler Acrylmalereien niederrheinischer und zeeländischer Landschaften.

Zum zweiten Mal stellt der Krefelder Künstler Christof Legde in der Kulturkneipe Schwarzer Adler aus. Bis zum 2. Juli präsentiert der 54-jährige ausgebildete Diplom-Designer, der Lehrer an einer Förderschule für Menschen mit geistiger Behinderung ist, in seiner Ausstellung "Zwischen Fluss und Meer" rund 30 Acrylmalereien.

Wer die Bilder betrachtet, begibt sich auf eine "Spurensuche zwischen Niederrhein und Zeeland". Denn so beschreibt Legde seine Werke. Dass er Zeeland in seinen Bildern thematisiert hat, liege daran, dass er dort sein zweites Standbein habe. "Seit 40 Jahren besuche ich Zeeland regelmäßig. In der Kindheit war ich dort mit meinen Eltern immer im Urlaub", schwärmte der Krefelder.

Er werde sogar ganz nach Zeeland ziehen, dort ein Haus bauen, das er mit seiner niederländischen Lebensgefährtin beziehe, erzählte Legde den interessierten Besuchern.

Die niederländischen und niederrheinischen Landschaften hat der Maler Schicht für Schicht auf die Leinwand gebracht. Teilweise hat der Künstler drei Bilder übereinandergelegt, bis das Endergebnis fertig war. "Manchmal male ich ein Bild, nutze dann beispielsweise die Achsen sowie die Farben für ein anderes Motiv, das ich drüberlege. Beim Malen entsteht schnell eine neue kreative Idee für ein anderes Thema, das ich dann im nächsten Schritt umsetze."

In der nächsten Schicht kratze er dann bestimmte Farbtöne heraus, sodass die Farben besondere Tiefenwirkung haben. Tiefe ist insgesamt ein tragendes Element in seinen Malereien. Durch seine besondere Pinselführung, einige grobe und feine Schraffuren sowie vielseitige Farbverläufe entsteht eine unglaublich weite Perspektive.

Seine Bilder tragen eine ganz klare "Legde-Signatur". Wirken sie auf den ersten Blick impressionistisch, zeigt sich schnell, dass seine Pinselführung ein ganz eigener Stil ist, der sich keiner expliziten Kunstrichtung zuordnen lässt. Insbesondere seine abstrahierten Formen in den gemalten Naturlandschaften in Kombination mit vielen leuchtenden Farben und Erdtönen, die sich in zahlreichen Nuancen abstufen, machen jedes seiner Werke einzigartig. Legde setzt vor allem auf Kontraste und figürliche Gegensätze.

Mohnblumen als knallrote Farbtupfer, die sich von einem dahinterliegenden grünen Getreidefeld kontrastreich absetzen. Ein wolkenbehangener blau schimmernder Himmel, in dem Farben und Formen ineinander verschwimmen, praktisch fließen und sich wiederum von bunten und teilweise geometrisch, sehr abstrakt gemalten Feldern abheben.

Auch durch diese Gegensätze entsteht die besondere Tiefe, die seine Bilder ausmachen. Alle haben eine strukturierte Oberfläche, Farben wurden unter anderem mit dem Spachtel aufgetragen. So großflächig und abstrahiert die Landschaften auch wirken, so detailreich sind sie im Gegenzug. Wer genau hinschaut, verliert sich schnell in vielen kleinen Details, die der Krefelder mittels verschiedener Schichten nach und nach herausgearbeitet hat.

(sass)
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