Rheinberg Der Sperrmüll-Stau

Rheinberg · Kein Rückstau von der A57, kein schwerer Verkehrsunfall: Wenn samstagvormittags chaotische Zustände auf der Bahnhofstraße zwischen Kreisverkehr und Schützenstraße herrschen, liegt es am Dienstleistungsbetrieb (DLB).

 Wenn der DLB samstags das Tor zum Betriebshof öffnet, geht gar nichts mehr.

Wenn der DLB samstags das Tor zum Betriebshof öffnet, geht gar nichts mehr.

Foto: DLB

Die Anlieferungen von Grünschnitt und Sperrmüll haben dermaßen zugenommen, dass der Andrang kaum noch zu bewältigen ist.

"Die Situation hat sich enorm verschärft", sagte Rosemarie Kaltenbach als DLB-Betriebsleiterin jetzt in der Sitzung des Betriebsausschusses. "Es kommen immer mehr Menschen, unser Betriebshof hat aber nur begrenzt Platz. Deshalb bilden sich schnell lange Schlangen auf der Bahnhofstraße. Wir müssen dringen mit dem Asdonkshof über ein vernünftiges Bringsystem sprechen. Ich kann die Verantwortung nicht mehr lange dafür übernehmen."

Rosemarie Kaltenbach nannte einige der drängendsten Probleme: Sperrmüll wird in großen Mengen angeliefert, es werden Schadstoffe unter andere Stoffe gemischt, die der DLB gar nicht annehmen darf und die dann aufwendig entsorgt werden müssen: Glaswolle, Säuren, Asbest oder nicht ausgelöste Airbags. "Eigentlich", so die Verwaltungsfrau, "müsste an jedem Fahrzeug, das kommt, ein Mitarbeiter stehen und aufpassen." Und das seien keinesfalls Einzelfälle, wie auch der Technische Leiter des DLB, Holger Beck, versicherte: "Das ist jeden Samstag so."

Dagmar Krause-Bartsch (Grüne) hat Erfahrungen in Wesel gesammelt: "Da kostet eine Kofferraumladung Sperrmüll zehn Euro und man muss nachweisen, dass man in Wesel wohnt." Georg Hötte (FDP) war wichtig, dass die verkehrliche Situation bewältigt wird: "Man kommt ja manchmal kaum noch in die Stadt." Horst Czapla (SPD) wies darauf hin, dass ganz offensichtlich die meisten Leute mit Autos zum DLB kommen. Daher sei ihnen auch zuzumuten, vier Kilometer weiter bis zum Asdonkshof zu fahren, wenn sie etwa größere Mengen Sperrmüll dabei haben.

Unterdessen fand es Tobias Faasen (CDU) "erschreckend" zu hö-ren, dass die Anlieferung in Rheinberg "für ein Appel und ein Ei" zu haben sei, die sehr freundlichen Mitarbeiter sich aber auch noch anmaulen lassen müssten.

Ausschussvorsitzender Josef Devers (CDU) mahnte: "Ich habe mir die Lage selbst angeschaut, das ist mit zwei Mitarbeitern nicht mehr zu leisten." Er schlug vor, sich die Systeme in den umliegenden Kommunen wie Neukirchen-Vluyn anzuschauen und dann zu überlegen, wie man beim Dienstleistungsbetrieb Abhilfe schaffen kann."

Besonders groß ist der Andrang, wenn der DLB samstags um 10 Uhr die Hoftür öffnet. Holger Beck riet: "Wer es zeitlich einrichten kann, sollte etwas später kommen."

(up)