Rheinberg: Der Annaberg bleibt weiter im Fokus

Rheinberg : Der Annaberg bleibt weiter im Fokus

Bei "Verwaltung vor Ort" gestern Abend im Pfarrheim St. Anna ging es um den Rheinberger Ortsteil. Verkehrsprobleme, das Messe-Areal, die Zukunft der Grundschule und die Kanalsanierung waren Themen, die angesprochen wurden.

Kein anderer Rheinberger Ortsteil stand in den vergangenen Monaten so sehr im Mittelpunkt wie der Annaberg. Da war es nur konsequent, dass die Spitze der Stadtverwaltung eine Bürgerversammlung ansetzte, um Anregungen, Beschwerden und Kritik der Bürger aufzunehmen, aber auch um neue Informationen zu geben. Dass der Einladung zu "Verwaltung vor Ort" im Pfarrheim von St. Anna gestern Abend nur 30 Frauen und Männer folgten, war sicher dem sommerlichen Wetter geschuldet.

In seiner Begrüßung schlug Bürgermeister Frank Tatzel die Themen des Abends vor, sie wurden der Reihe nach diskutiert.

Foto: Uwe Plien

Das Thema drohte beinahe zur Endlosschleife zu werden, ist jetzt aber weitgehend durch. In der Ratssitzung am Dienstag wird höchstwahrscheinlich beschlossen, dass in Höhe der Römer-Apotheke eine Querungshilfe in Form einer Fahrbahnverengung angelegt wird und Tempo 30 aus Lärmschutzgründen kommt. Es gab keine Frage der Bürger dazu.

Zum Schuljahr 2019/2020 wird es in der Innenstadt nur noch die Katholische Grundschule St. Peter geben. Sie wird auch die Gebäude der Gemeinschaftsgrundschule an der Schulstraße übernehmen, denn diese Schule existiert dann künftig nur noch am Standort Grote Gert. Das ist bereits einstimmig von der Politik so beschlossen worden. Am Annaberg müssen allerdings noch Betreuungsräume geschaffen werden. Möglicherweise werde es eine Containerlösung geben, sagte Tatzel.

Foto: Uwe Plien

Die Folgen des Kohleabbaus unter dem Annaberg sind noch längst nicht behoben. Der Annaberg bleibt noch eine Weile Baustelle. Wie Technik-Chef Dieter Paus erklärte, ist der erste Bauabschnitt vor einer Woche beendet worden, im zweiten sind nun die Straßen Zu den Stationen (Mai/Juni), Fasanenweg (Juni bis Oktober) und der nächste Teil der Schützenstraße (bis Januar) an der Reihe. Zum Teil wird im Inliner-Verfahren gearbeitet (in die schadhaften bestehenden Kanalrohre werden Kunststoffschläuche eingezogen, die dann aushärten), zum Teil müssen die Straßen aufgerissen werden. Anliegerbeiträge dafür werden frühestens 2019, vermutlich aber erst später fällig, sagte Dieter Paus.

Über die Zukunft des Messe-Geländes ist schon viel diskutiert worden. Nachdem die Eigentümergesellschaft den ursprünglichen Plan, die alten Hallen abzureißen und durch neue, überwiegend für Gewerbe vorgesehene zu bauen, verworfen hat, warf ein Investor einen neuen Plan in den Raum: Er will abreißen und ein Logistikzentrum sowie Hallen für Gewerbe bauen. Dagegen erhebt sich Widerstand, eine Bürgerinitiative hat sich gebildet. Inzwischen liegt die Stellungnahme der Bezirksregierung zu einem Gutachten vor, das (nicht von der Stadt) in Auftrag gegeben worden war und sich auf den Abstandserlass bezieht. 1700 Meter beträgt der Radius um die Störfallbetriebe Inovyn und Solvay. Innerhalb dieses Kreises gilt "schützenswerte Nutzung". Dort eine Wohnbebauung zu ermöglichen, wie es die Initiative möchte, wird schwierig. Bestehende Wohngebiete sind davon ausgenommen.

Foto: Uwe Plien

Gesprochen wurde gestern Abend auch über vom Dienstleistungsbetrieb an der Bahnhofstraße ausgehende Lärmbelästigungen. Zudem beklagten Bürger, dass Lkw vom Amazon-Gelände zunehmend über die Alte Landstraße und weiter über die Bahnhofstraße Richtung Autobahn fahren und nicht über die Anbindung "Autohof".

(up)
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