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Rheinberg: Datenschutz-Verordnung bereitet Kopfzerbrechen

Rheinberg : Datenschutz-Verordnung bereitet Kopfzerbrechen

In der Rheinberger Werbeagentur Tenge & Spangenberg am Nordring ist an Feierabend nicht zu denken. "Bei uns wird momentan von sechs Uhr morgens bis nachts um zwei durchgearbeitet", sagt Markus Spangenberg, zusammen mit Dennis Tenge Inhaber der Agentur.

Grund für den zusätzlichen Arbeitsaufwand ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die EU-weit gilt und heute in Kraft tritt. Sie soll die Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen vereinheitlichen.

"Eine absolut richtige und wichtige Sache", sagt Markus Spangenberg. "Aber sie trifft natürlich viele Vereine und kleine Unternehmen hart." Vor allem geht es um Webseiten: Welche Daten werden wie gelagert, wann wird was gelöscht, wer arbeitet mit den Daten? Um solche Fragen geht es. Für Tenge & Spangenberg ist klar: Fast jeder Betreiber einer Internetseite ist gefordert. "Deshalb haben wir unsere Kunden schon vor zwei Monaten angeschrieben, haben sie auf die Veränderungen hingewiesen und haben Seminare angeboten, die auch gut angenommen worden sind", so Spangenberg, der sich mit seinen Kollegen "ganz individuell von Website zu Website unserer Kunden" durchgearbeitet hat.

An den Seiten müssen nicht nur textliche Änderungen vorgenommen werden. Es gibt zahlreiche Stolperfallen für Laien. So müssen Kontaktformulare verschlüsselt, für bestimmte Abläufe muss explizit die Zustimmung der Nutzer eingeholt werden. "Es ist wie immer in solchen Fällen", so der Internet-Fachmann, "der Teufel steckt hier im Detail."

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Die Gefahr, dass Behörden den Betreibern von Internetseiten das Leben von heute an schwer machen, sehen Fachleute wie Markus Spangenberg übrigens nicht. Eher seien es auf Abmahnungen spezialisierte Anwaltskanzleien, die im Auftrag von Klienten handelten. Das kann teuer werden.

Ulrich Glanz, Vorsitzender des Millinger Sportvereins, ist ganz ehrlich. "Ich kann das Wort Datenschutz-Grundverordnung nicht mehr hören", sagt der Ossenberger. "Ich habe mich in den vergangenen Wochen mit nichts anderem mehr beschäftigt. Aber jetzt sind wir hoffentlich auf der sicheren Seite. Unsere Vereinsseite ist jetzt SSL-verschlüsselt, es gibt eine Datenschutzerklärung und Hinweise auf Cookies, wenn man etwa auf Logos klickt."

Auch, was Fotos auf der Homepage angeht, will man beim SVM künftig sehr vorsichtig agieren. Glanz: "Porträtfotos werden wir nur noch auf die Seite stellen, wenn wir eine Einverständniserklärung der betroffenen Personen haben."

(up)