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Das kleine Ich: Alpener Künstlergemeinschaft bemalt Bauwagen der Wurzelzwerge

Bildung in Alpen : Bunte Blühwiese hinterm Bauwagen-Ofen

Gute Nachbarschaft: Mitglieder der Alpener Künstlergemeinschaft haben die Bauwagen des Waldkindergartens Wurzelzwerge im Vorhof ihres Ateliers mit zwei auch pädagogisch wertvollen Wandbildern noch wohnlicher gestaltet.

Auch wenn die Temperaturen im Wald der Wurzelzwerge gerade alles andere als sommerlich sind, werden die Holzöfen in den beiden schönen Bauwagen auf der Wiese momentan nicht gebraucht. Sie sind abmontiert. So liegen die hell verputzten Flächen dahinter frei. Geradezu eine Einladung und willkommene Herausforderung für die Nachbarn des Waldkindergartens auf dem Schmuhlsberg. Mitglieder der Künstlergemeinschaft, die im alten Wasserwerk nebenan ihr Atelier hat, haben die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die freien Flächen kunterbunt bemalt mit einer Blühwiesen-Landschaft, die auch dann noch einen Hauch von Sommer versprüht, wenn die Öfen wieder bullern und es draußen trist grau und richtig kalt ist. Beim Betrachten der Bilder wird einem warm ums Herz, auch und gerade bei schlechtem Wetter.

Maren Marten, kreativer Kopf im pädagogischen Team der Wurzelzwerge, hat die Bande zu den kunstbegabten Nachbarn, die sowieso schon bestanden, zielgerichtet intensiviert, um ein wenig zusätzliche Farbe in die ohnehin schon gemütlichen Bauwagen zu bringen, die den Wurzelzwergen Zuflucht bieten, wenn’s auch für sie draußen mal allzu ungemütlich wird oder sie sich mal zurückziehen möchten. Maren Marten war auf die Idee gekommen, nachdem die Künstler-Gruppe die zuvor arg triste Bushaltestelle auf der Bönninghardt mit Pinsel und Farbe in einen echten Hingucker verwandelt hatten. Der ist so schön geworden, dass er übrigens jetzt angestrahlt und auch im Dunkeln gute Laune machen soll.

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Wie Christel Goergen erzählt, hat die Bönninghardter Arbeit auch in materieller Hinsicht den Grundstock geliefert für die Malaktion im Bauwagen. „Die Farben sind allesamt Reste von der Bushaltestelle“, so Georgen. Bei der Motivsuche sind die Künstlerinnen, darunter geschulte Pädagoginnen, beim Kinderbuchklassiker „Das-Kleine-Ich bin ich“ gelandet und haben sich dort Anregung geholt. Doch das nicht näher bestimmbare Ich, ein buntes Fabel-Tier mit dem Wuschelkopf, das auf der Suche nach seiner Identität ist, sucht man hinterm Ofen vergeblich.

„Da sollen die Kinder später die Tiere unterbringen, die ihren Gruppen den Namen geben“, sagt Ilona Angenendt. Für Fuchs und Hase, den die Wurzelzwerge „Klopfer“ getauft haben, sowie das Eichhörnchen, wie sich die Bald-Grundschüler nennen, ist Platz genug zwischen Gräsern und blühenden Blumen, über die Schmetterlinge flattern und Bienchen summen.

Die Kinder haben den spannenden Entstehungsprozess der Bilder aufmerksam verfolgt und den Künstlerrinnen immer mal wieder bei der Arbeit zugeschaut. „Ist das schön“ – dieser anerkennende Kommentar der kleinen Kritiker sei nicht nur einmal gefallen, sagten die Malerinnen mit sichtbarer Freude über die gelungene Motivwahl.

Das Gemeinschaftswerk, bei dem die Künstlerinnen die jeweilige Handschrift der Kollegin erkennen, sei gelungen, findet auch Johannes „Chang“ Schmitz, Mitglied der Künstlergemeinschaft und als pensionierter Lehrer noch immer geübt in der Bewertung von Arbeiten. „Es ist schön geworden“, sagt er beim Besuch, während die letzten Pinselstriche gezogen werden. Sein Urteil ist unabhängig. Der Mann mit dem sommerlichen Strohhut hat diesmal nicht mitgemalt.

Dafür hat er seine kreativen Kolleginnen zum nächsten Treffen ins Waldklassenzimmer am Ende des Erlebnispfades hinterm Spielplatz auf der Bönninghardt bestellt, um ihnen die Geschichte des Refugiums zu erzählen, das einst die JuBo auf Weg gebracht und seither Generationen von Kindern sehr viel Freude gemacht hat.