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Das Kinderhilfswerk Gomel löst sich auf und hat Dank verdient

Unsere Woche : Der Gomel-Verein löst sich auf und hat Dank verdient

Nach 28 Jahren stellt das Kinderhilfswerk Gomel seine Hilfe für Kinder aus der Tschernobyl-Region schweren Herzens ein. Der Verein hat großartige Arbeit geleistet.

Alles hat einmal ein Ende, so traurig es auch ist. Manfred Hainke, seit rund zehn Jahren erster Vorsitzender des Kinderhilfswerks Gomel, sieht die Auflösung des Vereins ganz pragmatisch. Nach 28 Jahren, 25 Jahre davon als gemeinnütziger Verein, beendet das Kinderhilfswerk jetzt seine bewundernswerte Arbeit.

Es ging Hainke und seinen Vorgängern Ute Schreyer, Hans-Peter Stamsen, Maria Loschelder, Margarete Schulz und Elisabeth Jansen immer nur um die Kinder aus der Region der Halb-Millionen-Stadt Gomel in Weißrussland. Denn sie waren die Leidtragenden der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986. Bis heute leiden sie unter den Folgen der Strahlenbelastung.

2500 Kinder hat der Verein zur Erholung an den Niederrhein eingeladen, außerdem wurden rund 30 Hilfstransporte mit jeweils 40 Tonnen Material nach Gomel gebracht. Eine stolze Bilanz, die alles andere als selbstverständlich ist. „Wir bedanken uns bei allen, die dazu beigetragen haben, dass wir über einen solch langen Zeitraum aktiv sein konnten. Wir sagen Danke auch im Namen der Kinder, die von Ihrer Hilfe profitiert haben“, schreibt Hainke nun in einer Abschieds-Botschaft. Tatsächlich muss man ihm und seinen ehrenamtlichen Mitstreitern dankbar sein. Was sie geleistet haben, kann man nicht genug würdigen. Jahr für Jahr kamen zwei Kindergruppen mit Betreuern hierher, erlebten erholsame und unbeschwerte Tage. In Spitzenzeiten brachte der Verein bis zu 80.000 Euro pro Jahr an Spendengeldern zusammen, um das alles finanziell gestemmt zu bekommen.

Doch Tschernobyl ist 33 Jahre her. Das Spendenaufkommen ließ nach, die Zahl der Gasteltern, die die Weißrussen aufnahmen, ebbte ab. Zudem gelang es nicht mehr, alle Vorstandsämter im Verein zu besetzen. Deshalb erfolgt jetzt die Abwicklung. Das Kinderhilfswerk Gomel wird für seine Leistung aber hoffentlich noch lange im kollektiven Bewusstsein bleiben. Danke allen, die sich für die Kinder engagiert haben!