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Corona-Krise in Alpen: Zahl der Arbeitslosen um 19,4 Prozent gestiegen

Folgen der Corona-Pandemie : Zahl der Arbeitslosen steigt in Alpen um 19,4 Prozent

Im April haben viele Menschen in der Region ihren Job verloren. In Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten stieg die zahl der Arbeitslosen deutlich. Ohne Kurzarbeit hätten sich wohl noch mehr Menschen bei der Arbeitsagentur melden müssen.

Die Folgen der Corona-Krise sind in der Region deutlich in der Arbeitslosenstatistik ablesbar. In Alpen waren im April 19,4 Prozent mehr Menschen ohne Job als noch im März. Im Vergleich zum April 2019 waren es sogar 28,3 Prozent mehr. Das berichtete die Agentur für Arbeit Wesel auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach waren im April 2020 in Alpen 222 Menschen arbeitslos gemeldet. Im März waren es noch 186 gewesen, im April 2019 nur 173.

Auch in anderen Städten ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. In Rheinberg waren im April 746 Menschen erwerbslos gemeldet, das waren 75 mehr als im März (plus 11,2 Prozent) und 52 mehr mehr als im April 2019 (plus 7,5 Prozent). In Sonsbeck stieg die Zahl der Arbeitslosen von März bis April um 18 oder 12,4 Prozent auf 163. Im März 2019 waren in der Gemeinde dagegen nur 137 Menschen arbeitslos gewesen, damit waren es ein Jahr später 19 Prozent mehr. In Xanten meldeten sich im April 456 Menschen erwerbslos, 41 mehr als im März (plus 9,9 Prozent) und 56 mehr als im April 2019 (plus 14 Prozent).

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Damit stieg die Zahl der Arbeitslosen in diesen vier Städten und Gemeinden in den vergangenen Wochen zum Teil sogar etwas stärker als in Nachbarkommunen und im Kreis Wesel insgesamt. In Moers waren im April 8,4 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im März, in Kamp-Lintfort 9,0 Prozent und in Voerde 9,3 Prozent. Insgesamt meldeten sich im Kreis Wesel im April 15.929 Menschen erwerbslos, das waren 1490 mehr als im März (plus 10,3 Prozent) und 1375 mehr als im April 2019 (plus 9,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im April kreisweit bei 6,5 Prozent (März: 5,9 Prozent, April 2019: 6,0 Prozent). Für die einzelnen Städte und Gemeinden lag dieser Wert nicht vor.

„Die meisten Arbeitslosmeldungen kamen von Beschäftigten aus dem Einzelhandel, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gastgewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung“, erklärte Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel. Im März war das öffentliche Leben von Bund und Ländern erheblich eingeschränkt worden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Restaurants und viele Einzelhandelsgeschäfte mussten schließen, Hotels durften keine Touristen mehr aufnehmen. In den vergangenen Tagen haben Bund und Länder eine Lockerung der Regeln vereinbart. Vor zwei Wochen durften zum Beispiel viele Geschäfte wieder öffnen.

Ohne Kurzarbeit wäre die Zahl der Arbeitslosen im April vermutlich noch stärker gestiegen. Zwischen dem 1. März und dem 26. April haben Unternehmen im Kreis Wesel für insgesamt 40.329 Menschen konjunkturelle Kurzarbeit angemeldet. Das entspreche rechnerisch etwa jedem vierten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (28,5 Prozent). „Ich bin froh, dass Unternehmen diesen Weg wählen“, sagte Ossyra. „Kurzarbeit vermeidet Arbeitslosigkeit und hält bewährte Beschäftigte im Unternehmen.“ Zahlen zur Kurzarbeit in den einzelnen Städten und Gemeinden lagen nicht vor.

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