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Circus for Kids Rondel: Hoch hinaus im Rheinberger Mitmachzirkus

Circus for Kids Rondel : Hoch hinaus im Rheinberger Mitmachzirkus

Zum neunten Mal ist der „Circus for Kids Rondel“ auf dem Annaberg zu Gast, um Rheinberger Ferienkinder zu Stars in der Manege auszubilden. Insgesamt 330 Nachwuchsartisten machen bei dem dreiwöchigen Programm mit.

Auf der großen Wiese hinter der Gemeinschaftsgrundschule Grote Gert herrscht in diesen Tagen eine ganz besondere Atmosphäre. Feuerschlucker stoßen ihre Flammen aus, mutige Mädchen lassen sich am Trapez in die Höhe ziehen und hochkonzentrierte Nachwuchsartisten fliegen im Salto über das Trampolin. Zum neunten Mal ist der „Circus for Kids Rondel“ auf dem Annaberg zu Gast, um Rheinberger Ferienkinder zu Stars in der Manege auszubilden.

Der artistische Ferienalarm ist längst ein absoluter Renner im sommerlichen Veranstaltungskalender der Stadt. Insgesamt 330 Kinder nehmen an dem dreiwöchige Programm Teil, jeweils 110 pro Woche. Anmeldungen lagen weit mehr vor, sagt Erzieher Sebastian Sturm: „Uns erreichen immer mehr Anfragen aus den benachbarten Kommunen, das Zirkusprojekt hat sich längst herumgesprochen. Aber wir bevorzugen Rheinberger Kinder.“ Nach der großen Vorstellung vor 500 Freunden, Geschwistern und Verwandten im Zirkuszelt muss Sturm gelegentlich auf die Euphoriebremse treten. „Viele der Kinder sind so begeistert, dass sie am liebsten mit dem Zirkus mitreisen würden“, erklärt der Erzieher.

Möglich wäre das, denn den Beruf des Artisten gibt es nach wie vor. „Wir treten selber immer wieder in der Manege oder bei Shows auf“, sagt Zirkusdirektor René Ortmann, der den Betrieb in der siebten Generation leitet und in diesem Jahr ein Jubiläum feiert. „Den Mitmach-Zirkus bieten wir inzwischen seit 25 Jahren an. Er ist mittlerweile der größte dieser Art in Deutschland“, so Ortmann.

Eltern und Lehrer heben immer wieder die positive Entwicklung der Kinder nach dem Projekt hervor. Für Ortmann liegt der Grund dafür in dem speziellen Konzept, das sein Zirkus verfolgt: „Das Wichtigste für uns ist, dass alle Kinder im Mittelpunkt stehen, das schafft Selbstvertrauen.“

Am Rollenbild hat sich in all den Jahren nichts geändert, das bestätigt auch der Siebenjährige Matti: „Ich bin zum dritten Mal im Trampolinteam. Taubendressur habe ich mir auch mal angesehen, aber das ist was für Mädchen.“ Eine davon ist Eva, die bereits zum sechsten Mal bei dem Rheinberger Zirkusprojekt teilnimmt. Die angehende Fünftklässlerin liebt es, „Brauni“, Lillie“ oder „Lena“ beizubringen, auf Leitern zu klettern oder auf einem Rad zu balancieren. Sie selbst wird dabei in einem atemberaubenden Kostüm zu sehen sein. Welches das sein wird, darf nicht verraten werden, denn in jedem Jahr gibt es ein anderes Thema. Aber dann gibt Eva doch noch einen Hinweis: „Ich bin die Königin der Löwen.“

Ebenfalls eine reine Mädchendomäne ist die Hochseilartistik. Einmal am Trapez unter der Zeltkuppel schweben, die Scheinwerfer auf sich gerichtet, das war immer schon der Wunsch von Victoria. Gleich beim ersten Training sollte die Neuntklässlerin erfahren, dass so manches leichter aussieht, als es ist: „Ich hätte mich fast übergeben, weil ich immer höher geschaukelt bin.“

Angst, die Bodenhaftung zu verlieren, braucht Lasse nicht zu haben, denn seine Aufgabe ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen. „Ich wollte immer schon Clown sein, weil ich so gerne Späße mache“, berichtet der Achtjährige selbstbewusst. Dafür hat der Zirkusneuling mit Blick auf die morgige Aufführung ein anderes Problem: „Ein bisschen nervös bin ich schon.“