Alpen: "Charly" Schweden geht in den Ruhestand

Alpen : "Charly" Schweden geht in den Ruhestand

Fast 30 Jahre lang hat Schweden in dem Polderdorf gewirkt. Jetzt spielt die Gesundheit nicht mehr mit.

Büderich sei nicht einfach, hatte Karl-Wilhelm Schweden zu hören bekommen, als er 1988 als Rektor an die Grundschule des Polderdorfs kam. Er solle sich das doch mal ein Jahr lang ansehen, und dann schaue man weiter. Aus dem einen Jahr sind fast 30 geworden, der charismatische Mann mit der markanten Stimme aus Veen hat die positive Entwicklung der Schule in dieser Zeit maßgeblich geprägt. Aber nun ist für ihn Schulschluss. Nachdem er seine Pensionierung noch zwei Jahre hinausgezögert und das Arbeitsleben verlängert hatte - "weil ich verrückt und mit Leib und Seele Schulleiter bin", wie er selbst sagt, geht es nun nicht mehr. Die Gesundheit spielt nicht mehr mit. Mit Ende des Schuljahres und offiziell zum 31. Juli geht Karl-Wilhelm Schweden in den Ruhestand.

Ursprünglich hatte Schweden, den viele in seinem Heimatdorf Veen, aber längst auch in Büderich und ganz Wesel als "Charly" kennen, eine große Abschiedsfeier geplant. Seine kranke Lunge hat ihm aber einen Strich durch diese Rechnung gemacht, der 66-Jährige muss ein mobiles Sauerstoffgerät mit sich herumtragen und immer wieder Pausen machen. Ein Zusammensitzen mit den Lehrerkollegen der Grundschulen in Büderich und Ginderich hat er sich jedoch nicht nehmen lassen und dabei eine Anregung mit auf den Weg bekommen: "Schreib' doch mal ein Buch über die Dinge, die du gemacht und erlebt hast", schlug ihm eine Kollegin vor. Ein spannender Gedanke: "Wenn ich das tun würde, käme glaub ich eine ganze Menge zusammen", ist Schweden überzeugt.

Denn der 66-Jährige ist ein wahrer Tausendsassa und vielseitig aktiv. Sei es im Veener Karneval (wo er lange den Sitzungspräsidenten gab) und im Sportverein des Dorfes (dessen 1. Vorsitzender seit vielen Jahren ist), in seiner Leidenschaft für Borussia Mönchengladbach und den Veener Borussia-Fanclub oder auch in der Planung und Organisation der Veener Ferienlager, die Schweden 37 Jahre lang mitgemacht hat. "Und all das, was ich privat gemacht habe, habe ich auch in die Schule getragen", blickt er zurück. Schließlich sei es in der Schule ähnlich wie beim Sport: "Man möchte etwas schaffen. Wenn das gelingt, ist man zwar total geschafft, aber glücklich und stolz. Und Spaß machen kann das Ganze auch noch."

Nach diesem Leitgedanken hat "Charly" Schweden Schule gestaltet, die Büdericher und später auch Gindericher Grundschüler vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften gefördert. Mit Aktionen wie der Mathe-Olympiade, Projektwochen oder Forschertagen war es ihm immer wichtig, den Lernwillen der Kleinen zu fördern. "Denn nur wer Freude an dem hat, was er leistet, dem können Flügel wachsen", sagt er. Das ein oder andere Mal angeeckt ist Karl-Wilhelm Schweden mit seiner Art und Denkweise natürlich auch.

"Mit Widerständen muss man immer rechnen", sagt er. Davon bremsen ließ er sich aber nie und möchte er auch in Zukunft nicht. Sein Arzt habe ihm gesagt, er solle alles weiter machen, was er bislang auch gemacht hat. Soweit es geht, eben. "Und das werde ich tun", kündigt Schweden, der auch CDU-Ratsmitglied in Alpen ist, an.

(gasch)
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