Rheinberg: CDU greift Ärger am Schwarzen Weg auf

Rheinberg: CDU greift Ärger am Schwarzen Weg auf

Fraktionschef Erich Weisser schlägt B58-Umleitung über Gathstraße vor und teilt die Sorge über hohe Anliegerkosten.

Seit Wochen staut sich der Ärger in Wallach. Nun platzte der CDU-Fraktion der Kragen. Sie verlangt die "Einrichtung einer wohlüberlegten Umleitungsstrecke für den Ausweichverkehr aus Richtung Wesel durch den Ortsteil Wallach für die Dauer der Straßenbaumaßnahme B 58" - so heißt es etwas hölzern in einem Antrag, den CDU-Fraktionschef Erich Weisser unterzeichnet hat und der im Haupt- und Finazausschuss beraten werden soll. Die Krux: Der Ausschuss tagt erst in einem Monat. Dann ist das Ende der Sanierung nah. Mit dem öffentlichen Auftritt will Weisser das Nachdenken im Stadthaus beschleunigen.

Straßen NRW hat für die Dauer der B 58-Sanierung in Fahrtrichtung Wesel eine Einbahnstraßenregelung und in Richtung Alpen eine Umleitung über Ginderich (L 460) und Birten (B 57) eingerichtet. "Aber dank Navi und Ortskenntnis bewegt sich seit Wochen ein nicht unerheblicher Verkehrsstrom durch Büderich, biegt links ab Richtung Niederwallach, weiter in Richtung Gathstraße, um dann nach rechts in den Schwarzen Weg einzubiegen", beschriebt Weisser ein Ärgernis für zahlreiche Anwohner.

Karlheinz Kamps, der am Schwarzen Weg wohnt, hatte im Bürgermonitor bitterböse darüber geklagt, nachdem sein an der Straße geparktes Auto im Begegnungsverkehr von Bus und Lkw in die Mangel genommen worden war (wir berichteten).

Weisser weist darauf hin, dass auf der von ihm beschriebenen Strecke auch die von Straßen NRW angelegte Fahrradumleitung liege. Der Schwarze Weg, auch das hatte Kamps schon gesagt, sei für das baustellenbedingte, stark erhöhte Verkehrsaufkommen "nicht geeignet". Bereits jetzt werde eine Buslinie über die Strecke geführt. Parkbuchten und Anliegerverkehr würde schon ohne den zusätzlichen Baustellenverkehr die Straße über die Maßen beanspruchen.

Der Schwarze Weg sei bereits vor der Sanierung der B 58 "in einem abgenutzten Zustand" gewesen, so der CDU-Politiker. Durch die erheblichen Schleichverkehre würde sich der Zustand "täglich" sichtbar verschlechtern. "Die Straße ist von der Gathstraße bis zur Wallacher Straße mit Schlaglöchern übersät", stellt Weisser fest. Entsprechend sei die Geräuschkulisse. "Man darf abwarten, wie die Reaktion der Anlieger ausfällt, wenn sie zunächst Lärm, Dreck und Autoabgase ertragen sollen und am Ende dann ihren Anteil an den Sanierungskosten übernehmen müssen", so der CDU-Mann sarkastisch pointiert.

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Es sei bekannt, dass sich Verantwortliche des Ordnungsamtes und der Straßenverkehrsbehörde im Stadthaus mit dem Thema beschäftigt hätten, sich aber nicht zu einer anderen Verkehrsführung hätten entschließen können. Argument: Es gebe eine Kreuzung des Schulwegs.

Dennoch, so Weisser weiter, biete sich die alternative Verkehrsführung über Gath- und Rheinackerstraße an: "Beide Straßen sind gut ausgebaut." Die Gathstraße sei in Höhe Rheinackerstraße verengt, so dass der Verkehr verlangsamt und querende Schüler gut zu sehen seien. Im Übrigen kreuze der Schulweg auch die Wallacher Straße an der Einmündung Schwarzer Weg. Mit ein bis zwei Warnschildern, die zum Teil schon stehen würden, könne das Problem "zu aller Zufriedenheit" gelöst werden, meint der CDU-Politiker.

Alternativ könne auch eine Einbahnstraßenregelung für den Schwarzen Weg helfen. Sollten jedoch weiter große Bedenken in Bezug auf den Schulweg bestehen, könnte ein Schülerlotse helfen. Doch dies sei nach Auffassung der CDU "mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht notwendig".

Weissers Fazit: Was am Schwarzen Weg den Bürgern zurzeit zugemutet werde, sollte man tunlichst unterlassen, führe zur nächsten Bürgerinitiative. Damit richtet er den Blick auf Ärger am Annaberg.

Da der nächste Ausschuss erst in knapp einem Monat tage, soll die Verwaltung schon jetzt prüfen, ob die Probleme nicht vorab abgestellt werden könnten. Der Schwerpunkt der verkehrlichen Belastung liege im Vormittagsbereich und - noch stärker - auf dem Nachmittag, an dem bereits ein Großteil der Grundschüler zu Hause sei.

(bp)