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Rheinberg: CDU-Brief macht klar: Bruch mit Hecker ist endgültig

Rheinberg : CDU-Brief macht klar: Bruch mit Hecker ist endgültig

Vor der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbands Rheinberg am Freitag, 20. März, hat die Partei alle rund 280 Mitglieder angeschrieben. In dem Brief distanziert sich die CDU vollständig von ihrem bisherigen Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzenden Ulrich Hecker.

Zwischen ihm und der CDU war es - die RP berichtete mehrfach - zum Zerwürfnis gekommen, nachdem Ulrich Hecker seinen Hut als CDU-Bürgermeister-Kandidat in den Ring geworfen hatte. Inzwischen hat der 53-jährige die Partei verlassen und seine Ämter niedergelegt. Sein Ratsmandat will der Kommunalpolitiker weiterhin wahrnehmen.

Die Geschäfte im Stadtverband führt nun kommissarisch Brigitte Devers; die Orsoyerin ist stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands. Der Rücktritt von Ulrich Hecker habe einen nicht zu unterschätzenden Schaden hinterlassen, schreibt Devers in dem Brief, der der RP vorliegt: "Mit seinem Rücktritt aus der Partei verliert die CDU-Fraktion eine Stimme, hat nur noch 19 Sitze im Stadtrat und den Anspruch auf einen zweiten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden verloren."

Der Bruch mit Hecker, so heißt es weiter, sei auf Dauer unausweichlich gewesen und habe sich schon in den zurückliegenden Jahren angekündigt. Brigitte Devers: "Durch sein eigenes Verhalten hat Ulrich Hecker das Vertrauen der Partei und Fraktion aufs Spiel gesetzt und letztlich verloren." Ihm wird insbesondere vorgeworfen, sich nicht an die Spielregeln gehalten zu haben. Bereits Ende Oktober 2014 sei im Stadtverbandsvorstand einstimmig beschlossen worden, "dass jemand, der eine eigene Kandidatur nicht ausschließen kann, der Bürgermeister-Findungskommission nicht angehören darf". Hecker aber habe den Vorsitz der Kommission übernommen und habe damit entscheidenden Einfluss auf deren Arbeit genommen.

Bis Mitte Februar habe Hecker nicht mit offenen Karten gespielt und habe die von ihm selbst mit beschlossenen Regeln gebrochen. Erst am 8. Januar habe er der Findungskommission mitgeteilt, dass er über eine eigene Kandidatur nachdenke. Die Kommission habe ihn daraufhin "mehrfach und ausdrücklich" auf die Vereinbarungen hingewiesen.

Am 21 Januar habe Hecker dann ausdrücklich erklärt, er stehe definitiv nicht als Kandidat zur Verfügung und gehörte der Findungskommission weiterhin an. Erst am Nachmittag des 15. Februar (einen Tag vor dem parteiinternen Abgabeschluss) habe Ulrich Hecker den übrigen Mitgliedern per Mail mitgeteilt, dass er doch kandidiere; den Plan dazu habe er nie aufgegeben.

Der Stadtverbandsvorstand habe dann einstimmig beschlossen, die verbliebenen zwei Bürgermeister-Kandidaten für den Abend des 25. Februar zu persönlichen Vorstellungsgesprächen einzuladen. Daraufhin habe Hecker seine Kandidatur - wieder vollkommen unerwartet - zurückgezogen.

Am 22. Februar kam es dann laut Brigitte Devers doch noch zu einer Aussprache, die dazu geführt habe, dass Hecker einstimmig von allen Ortsverbänden sowie dem Fraktionsvorstand das Vertrauen entzogen wurde. In den vergangenen Monaten habe es immer wieder CDU-Mitglieder gegeben, die Ulrich Hecker "wohlmeinend beraten haben und für ihn vertrauensvolle Ansprechpartner gewesen sind".

Bei der Mitgliederversammlung am 20. März geht es in erster Linie um die Wahl des Bürgermeister-Kanditen. Die CDU-Findungskommission wird Frank Tatzel vorschlagen.

(up)