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Rheinberg: Caritas-Werkstatt: mehr als Vogelhäuschen

Rheinberg : Caritas-Werkstatt: mehr als Vogelhäuschen

Rheinberger Hauptschüler staunten beim Besuch in Caritas-Werkstätten über die Palette der Jobs.

"Unter dem Thema Menschen mit Handicap haben wir uns im Unterricht mit dem Leid von Menschen am Rande der Gesellschaft auseinandergesetzt", erklärt Georg Welp. Mit der zehnten Klasse der Rheinberger Hauptschule besuchte der Religionslehrer die Caritas-Werkstätten Niederrhein in Rheinberg. Bei der Gelegenheit sollten die Schüler aber auch unterschiedlichste Berufsfelder kennenlernen.

Gastgeberin Yvonne Evers freute sich über den Besuch. Bot er doch die Gelegenheit, mit einem Klischee aufzuräumen: "Wir machen hier viel mehr als Vogelhäuschen", erklärte die Mitarbeiterin des sozialen Dienstes der Einrichtung. In den verschiedenen Fachbereichen, so erfuhren die Gäste, werden Babyschlafsäcke für Frühchenstationen angefertigt, Slipeinlagen eingetütet oder Hydraulikschläuche, etwa für den Landmaschinenhersteller Lemken aus Alpen, zugeschnitten.

270 Menschen mit einer wesentlichen geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung gehen in der Betriebsstätte acht Stunden täglich ihrer Arbeit nach. Eingewiesen werden sie von 54 Gruppenleitern, die je nach Grad der Behinderung für vier bis zwölf Mitarbeiter zuständig sind. Bei den Werkstätten am Nordring handelt es sich um eine Rehabilitationseinrichtung.

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"In einzelnen Fällen und mit intensiver Begleitung können wir Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt vermitteln", berichtet Yvonne Evers und fragte gleich mal in die Runde: "Was meint ihr, dürfen Menschen mit einer schweren Behinderung an einer Kreissäge oder Nähmaschine arbeiten?" Schülerin Nadine Meiser brauchte da nicht lange nachdenken: "Mit einem Handicap auf gar keinen Fall."

Dass sie damit nicht generell richtig lag, zeigte die Gastgeberin der Klasse beim Rundgang durch die Werkstätten. "Es kommt auf den Grad und die Art der Behinderung an, aber wir haben genügend Leute, die an der Kreissäge stehen können", berichtete sie.

Am Arbeitsplatz von Dirk Wentz werden Seifenspender für Personalräume montiert. Wie anspruchsvoll die einzelnen Arbeitsabläufe sind, konnten die Jugendlichen unter seiner Anleitung persönlich erfahren. Max Spitz zeigte sich danach beeindruckt: "Das hier so geschickt gearbeitet wird, hätte ich im Traum nicht gedacht."

(RP)