Caritas Rheinberg bietet Seniorenaktion, die ins Schwarze trifft

Caritas Rheinberg : Seniorenaktion, die ins Schwarze trifft

Erstmals lud die Rheinberger Caritas Senioren zum Urlaub ohne Koffer ein. Das einwöchige Pilotprojekt stieß auf große Begeisterung.

Diese Juliwoche wird sicherlich noch lange bei den 24 Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. „Urlaub ohne Koffer“, so das Motto, das die Rheinberger Caritas proklamierte und dazu ins Orsoyer Pfarrheim „Altes Zollhaus“ am Rheinufer einlud. Pickepackevoll das Programm, das an Abwechslung kaum zu übertreffen war. „Ein Pilotprojekt“, sagte dazu Pastoralreferent Werner Koschinski. Angeregt über die Caritas-Konferenz in den Stadtteilen, nahm von Anfang an das Projekt schnell an Fahrt auf.

Im Vorfeld besuchten die beteiligten Ehrenamtler die Teilnehmenden zuhause, fragten nach benötigter Unterstützung und weiteren Bedürfnissen der Gruppe im Alter von 68 bis 90 Jahren. „Wir haben so einen Fahrdienst organisiert und für die Hin- und Rückfahrt gesorgt“, sagte Koschinski.

Schon morgens begann der Tag mit einem leckeren und ausgiebigen Frühstück, bevor die Tagesaktivitäten starteten. Am Freitag beispielsweise fand ein Schützenfest mit Vogelschießen statt, das „Caritas-Schießmeister“ Werner Kramer betreute. Auf den Vogel, den die Kinderschützen benutzen, schoss sich die Gruppe gut ein.

Gertrud Görlach (90) war eine der Teilnehmenden. „Wir sind ja von morgens bis abends beschäftigt“, sagte die Orsoyerin. „Alles ist prima organisiert und macht Spaß. Wir haben alle gute Laune. Uns fehlt nix“, berichtete sie von ihrer Erfahrung zum Urlaubsende. Und sie sparte nicht an Lob. „Wir wurden richtig umsorgt.“

Schnell entwickelte sich der Kontakt untereinander wie auch mit den 15 Ehrenamtlern aus dem Caritas-Netzwerk. „Am Gefühl der Einsamkeit lässt sich durch Aktivität schnell etwas ändern“, erklärte Luzia Zorn (89). „Man muss sich einfach einer Gruppe anschließen“, so ihr Rat. „Für mich war es eine Bereicherung“, bestätigte Ruth Hellwig (90) aus Millingen. Zwar stehen nach dem Urlaub im Mai noch verschiedene Familienfeste an, aber gegen eine abwechslungsreiche Woche mit gemeinsamen Mahlzeiten und Unternehmungen habe sie nichts einzuwenden. Im Gegenteil. „Wir hatten sehr viel Spaß“, so ihr Fazit.

Gemeinsam mit den Netzwerk der Ehrenamtlichen wurde im Vorfeld geplant und ein Programm mit Ausflügen, Basteleien, Gesellschaftsspielen, Singen und Gymnastik ausgearbeitet. „Wir haben beispielsweise eine Stadtführung durch Orsoy gemacht“, sagte Ehrenamtlerin Ulla Skowronek-Herrgott. „Natürlich gab es zu Beginn Sorgen, ob auch alles funktioniert. Das war völlig überflüssig“, ergänzte sie. Die Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen inklusive Sponsoring habe sehr zum Gelingen beigetragen „Wir haben eine extrem positive Woche erlebt“, sagte Werner Koschinski. So ging es beispielsweise mit der Fähre nach Walsum, wo die Gruppe zur Kaffeetafel in die Heimstatt St. Barbara eingeladen war. Viele Gespräche sind hin und her gegangen. „Wir haben beeindruckende Lebensgeschichten gehört“, so Koschinski. „Was wir heute alles erlebt haben, ist nicht mehr zu toppen“, sei ein oft gehörter Satz beim Abschied gewesen. „Und doch haben wir es immer wieder geschafft“, fügte Koschinski lachend hinzu. Die gemeinsamen Erlebnisse und neuen Eindrücke hätten sogar für erholsamen Schlaf gesorgt.

Bei so großem Erfolg wird es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben, war gestern zu hören.

Mehr von RP ONLINE