Buswartehäuschen in Rheinberg-Borth ein Fall fürs Museum

Biotop auf dem Dach : Buswartehäuschen fürs Museum

Annegrete Weihofen hofft, dass die Haltestelle an der Borther Kirche renoviert wird.

Auch Annegrete Weihofen hatte den Bericht über den Zustand der Wartehäuschen an den Bushaltestellen in der Rheinischen Post gelesen. Die Rheinberger SPD hatte darin beklagt, dass die Stadt sich nicht in dem Maße kümmere, wie es abgebracht und politisch auch gefordert sei. Als ein Beispiel nannten die Sozialdemokraten die Haltestelle Am Keltenfeld in Budberg. Wer dort aus dem Bus steigt, landet nicht auf dem gepflasterten Gehweg, sondern mitten in einer Grünfläche. „Unhaltbar“, sagen die SPD-Politiker.

Annegret Weihofen weist nun auf ein Wartehäuschen in Borth hin, das ihrer Ansicht nach reif fürs Museum ist. Es steht gleich am Marktplatz in Borth, nicht weit von der katholischen St.-Evermarus-Kirche. „Würde Joseph Beuys noch leben“, so die 83-Jährige, „würde er das Häuschen vermutlich abbauen und nach Moyland ins Museum bringen. Denn es ist ein richtiges Kunstwerk.“

Tatsächlich: Auf dem Dach hat sich im Laufe der Jahre ein echtes Biotop gebildet, es wuchert und wächst. Ein mutmaßlich schon vor langer Zeit dort abgelegter Zeitungsstapel eines Wochenblättchens gammelt vor sich hin.

Annegrete Weihofen lebt schon seit rund 50 Jahren in Borth und hat schon manches erlebt. Jetzt würde sie sich wünschen, dass das Wartehäuschen erneuert wird. „Mal sehen, was daraus wird“, sagt die Seniorin.