Alpen: Bunte Vielfalt bereichert das Leben

Alpen: Bunte Vielfalt bereichert das Leben

Für das Kindermusical "Vier-Farben-Land" bekam die Alpener Jugend in der Evangelischen Kirche viel Applaus.

Eine Ferienwoche Musik und Tanz lag hinter 30 Alpener Kindern zwischen fünf und 13 Jahren. Sie hatten fleißig für das Musical "Vier-Farben-Land" geprobt und dazu Szenen und Lieder mit eingängigen Melodien einstudiert. Das Ergebnis präsentierten sie schließlich am Sonntag in der Evangelischen Kirche in Alpen.

Im Gemeindehaus hatten sie in der Woche zuvor gemeinsam das Bühnenbild erarbeitet. Bei der Aufführung erlebten dann Familienangehörige und Freunde den Abschluss eines spannenden Projektes. Der Kirchenraum hatte sich in das "Vier-Farben-Land" verwandelt, in dem grüne, rote, gelbe und blaue Menschen getrennt nach Farben lebten. "Es war einmal ein Vier-Farben-Land, das war rund wie ein Pfannkuchen", so stimmte der junge Sprecher Jan das Publikum von der Kanzel aus auf das einstündige Geschehen ein. Jedes Viertel lebte seine Eigenheiten aus, gab sich deutlich im Outfit zu erkennen. Dort gab es für die Kinder keine Schulpflicht. Sie lernten das Wichtigste ihrer Farbe und ließen die jeweils anderen Farben nicht gelten.

Die Liebe zum Detail beeindruckte, konzentriert standen die Kinder auf der Bühne und erzählten dem Publikum vom einfarbigen Alltag. Die "Roten" stimmten das Erdbeermarmeladenlied an. Das blaue Viertel setzte auf den Pflaumentango, den Zitronenblues hatten gleich dreimal am Tag die "Gelben". Die "Grünen" propagierten ihr grünes Land in grüner Hand über ihren Roboterredner. Schnell machte sich Eintönigkeit bemerkbar. Doch dann passierte es: Eine gelbe Rose wuchs im grünen Viertel und rief die Ordnungshüter auf den Plan. Mit Spaten bewaffnet wurde dem Pflänzchen der Garaus gemacht. Die grüne Welt war wieder in Ordnung.

Konstant wuchs bei den Kindern aller Viertel das Unbehagen. Eigentlich waren sie von Geburt an bunt und nahmen erst durch ihre Eltern deren Farben an. Der grüne "Erbs" muckte auf und wünschte sich einen roten Punkt. Er hatte die Eintönigkeit satt. "Wir Kinder werden es ändern", lautete das spontane Motto, die Grenzen verschwanden.

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Dem ein oder anderen mag der Grönemeyer-Song "Kinder an die Macht" in Erinnerung gekommen sein - denn faszinierend schnell bilden die Kinder eine bunte Einheit, Vielfalt war ab sofort angesagt. Getreu der Devise: Jeder kann die Welt verändern. "Voneinander lernen macht klug", verkündeten die jungen Darsteller. Und schließlich hatten sie erkannt, dass "wir sind doch irgendwie verwandt" sind.

Eine Woche lang hatten die Musicalkinder geprobt. Autor Tobias Reinth hatte den Text und das Musical nach einem Buch von Gina Ruck-Pauquèt geschrieben. Tosenden Applaus gab es für das Engagement und die gelebte Vielfalt im Team. Jeder leistete seinen Beitrag zum Gelingen des Musicals bis hin zur Kirchengemeinde.

Strahlende Kindergesichter gab es zum Schluss. Sie ließen keinen Zweifel daran, dass sie die bunte Vielfalt lieben und sich aller Aufwand gelohnt hatte. Die Botschaft von Toleranz, Vielfalt und Individualität nahm das begeisterte Publikum dann auch mit nach Hause.

(sabi)