Bunte Büttensitzung des Spielmannzugs Menzelenheide in Alpen

Büttensitzung des Spielmannszugs Menzelenerheide : Auch im Menzelener Jubiläumsjahr sind die Jecken da

Katzen, Hippies, ein Einhorn und Clownfisch Nemo gehen durch die Tür. Bunte Girlanden hängen an der Decke und das erste Bier wird ausgeschenkt. Laute Karnevalsmusik schallt den Kostümierten entgegen, als sie den bunt geschmückten Raum betreten.

Menzelen hat am Samstagabend Karneval gefeiert und auf zwei Jubiläen angestoßen.

Es ist kurz vor 19 Uhr. In knapp zehn Minuten marschiert im Gasthaus „Zur Deutschen Eiche“ das Karnevalskomitee Menzelener Heide ein. Einige Male geht die Türe zum Festsaal noch auf: Eishockeyspieler Volker kommt rein, zwei Römer gehen zu ihren Plätzen und im Saal sitzt schon ein ganzer Tisch voller Maler und Handwerker. Dann ist es 19.11 Uhr.

Das Motto der diesjährigen Karnevals-Session „Im Jubiläumsjahr, das ist doch klar, da sind alle Jecken wieder da“ passt. Denn zum fünfjährigen Bestehen des Karnevalskomitees und dem 70. Geburtstag des Spielmannszugs Menzelenerheide sind viele gekommen: Bürgermeister Thomas Ahls, der Bürgerschützenkönig mit Anhang sowie die befreundete 1. KG Rot-Weiß Borth mit Prinzessin Angelika.

Tanzmariechen Laudana Backhaus (u.) mit ihrem Schützling Laura (o). Foto: Fischer, Armin (arfi)

Menzelens Prinz Mario I. bietet einen Showtanz. Mit vier verkleideten Fröschen und einem Herren, der in ein grünes Dirndl geschlüpft ist, tritt er auf. Danach sind die „Mini Lights“ – eine Tanzmariechen-Gruppe mit jungen Mädchen in hellblau-weißen Kostümen – an der Reihe. Auch sie zeigen, was sie können. Nach dem Eisenbahner Gesangsverein – mit Wolfang Szczepanski, der mit trockenen Witzen alle zum Lachen bringt – geht die erste Rakete durch den Saal. Nach einem zweiten Auftritt der „Mini Lights“ kommt „Erna“ auf die Bühne. Sie hat ein größeres Bäuchlein und will daran eigentlich was ändern, aber wenn sie sich dann umguckt, denkt sie: „So schlimm ist dat doch gar nicht“. Wieder lacht der vollbesetzte Saal.

Fasziniert sind die Zuschauer dann vom nächsten Programmpunkt: Die 16-jährige Laudana der 1.KG Borth tritt als Solotanzmariechen auf. Sie dreht sich, schlägt Salti, zeigt hier einen Spagat und da einen Radschlag. Auch ihr Schützling, die achtjährige Laura Görlitz, beweist sich und erntet großen Applaus. Schließlich machen sie Platz für ihre Prinzessin Angelika. „Ich warte seit drei Jahren auf den Anruf, dass ich hier auftreten darf“, sagt die Borther Prinzessin. Ursprünglich kommt Angelika aus „Kölle“ und sagt viel lieber „Helaf“ als „Helau“.

Getrübt wurde die Partystimmung aber auch kurz, denn drei Mitglieder der Organisatoren verkündeten ihren Rückzug: Dieter Schmithüsen war schon bei der Elferratsgründung vor 28 Jahren dabei, Dirk „Dicky“ den Drijver hört nach mehr als 20 Jahren auf und Kerstin Koletzko zieht sich nach mehr als fünf Jahren zurück. Aber in Menzelen ist nicht viel Zeit für Trübsal. Denn nach der Büttensitzung ist vor dem nächsten Highlight – der Nelkensamstagzug am 2. März kommt, und im Mai wird groß das 70-jährige Bestehen des Spielmannszugs gefeiert. „Menzelen Helau“, ruft das Publikum und es geht eine letzte Rakete durch den Saal.

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