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Bürgerinitiative gegen Kiesabbau in Rheinberg plant Protestaktion

Wirtschaftsstandort Rheinberg/Alpen : Bürgerinitiative gegen Kiesabgrabung steht

In den Sommerferien soll es eine Versammlung und eine erste Protestaktion in Rheinberg der Mitte Juni gegründeten Gruppe geben. Weitere Mitstreiter werden gesucht.

Widerstand gegen den ungezügelten Kiesabbau am Niederrhein gibt es schon viele Jahre. Nun bekommt das konfliktreiche Thema neue Brisanz, weil weitere große Flächen ausgekiest werden sollen. Rheinberg wäre davon stark betroffen. Deshalb hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Auskiesungen gegründet. Es werden noch Mitstreiter gesucht.

„Im Zuge des neuen Regionalentwicklungsplans werden voraussichtlich 546 Hektar weitere Abbauflächen für die Kiesindustrie in Rheinberg, Alpen, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn ausgewiesen“, erklärt Hannah Bollig (SPD) als Mitinitiatorin der Bürgerinitiative. „Das werden wir nicht hinnehmen. In Rheinberg wurde bereits zu viel Fläche durch den Kiesabbau blockiert.“

Kies und Sand seien endliche Ressourcen. „Keine Generation vor uns hat so einen intensiven Abbau am Niederrhein betriebt“, meint Klaus Leonhards, ebenfalls Mitinitiator der Bürgerinitiative. „Dieser Kies­abbau geht vollständig zulasten unserer Kinder, Enkel und der dann nachfolgenden Generationen.“

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Die Abgrabungsflächen seien nicht mehr rückholbar für landwirtschaftliche Nutzung oder Wohnbebauung. Zurück blieben in vielen Fällen umzäunte „Landschaftsruinen, mit quadratkilometerweise geöffneten Grundwasserkörpern“.

Die Bürgerinitiative hatte sich am 15. Juni in einer Zoom-Konferenz zu ihrer ersten Sitzung getroffen. Mit dabei waren etwa 20 Teilnehmer. In den Sommerferien plant die Bürgerinitiative eine erste Protest-Aktion. Ende August soll es dann eine Versammlung in Präsenz geben. Bis zu diesem Zeitpunkt übernehmen Hannah Bollig und Klaus Leonhards kommissarisch die Organisation. Wer sich beteiligen oder einfach nur informiert werden möchte, kann sich unter hannah.bollig@web.de per E-Mail melden.

Durch eine Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) habe die schwarz-gelbe Landesregierung dafür gesorgt, dass ein neuer Regionalplan erstellt werden müsse, der viele weitere Kiesabbauflächen ausweise. In Rheinberg ist durch den neuen Regionalplan eine nochmalige Erweiterung der Auskiesungsflächen bei Wolfskuhlen, die Erweiterung der Auskiesung an der Alten Landstraße in Winterswick und in Pelden/Eversael am Rüttgersteg vorgesehen. Hinzu kommen sollen zwei neue Auskiesungsgebiete zwischen Alpen-Drüpt und Millingen sowie zwischen Saalhoff und Alpsray (Höhe Flugplatz).