Budberg: Ein Weihnachtsmarkt vom Dorf fürs Dorf

Budenzauber in Budberg : Ein Weihnachtsmarkt vom Dorf fürs Dorf

Budbergs Budenzauber ist liebgewonnene Tradition. Ehrenamtliche organisierten wieder ein abwechslungsreiches Programm. Der Erlös bleibt im Dorf.

Am vergangenen Wochenende gab es in Budberg wieder einen Bahnhof mit Wartehäuschen und Zugverkehr. Vor allem die jüngeren Besucher des 37. Budberger Weihnachtsmarktes nutzten die Gelegenheit, mit der Bimmelbahn vorab eine Runde durchs Dorf zu drehen. „Man muss sich nur warm anziehen, die Wagen sind offen“, rät Lokführer Michael Tanneberger.

Organisiert wird der Weihnachtsmarkt an der ehemaligen Lindenschule seit sieben Jahren vom Verein „Niederrheinischer Weihnachtsmarkt Budberg“. Dessen Mitglieder haben das Motto „Vom Dorf für das Dorf“ auch in diesem Jahr wieder mit Leben gefüllt. Das gilt nicht nur für die 18 Stände mit ihren abwechslungsreichen Angeboten, sondern auch für das Rahmenprogramm. So schmückten etwa die Kinder der Grundschule und Kindergärten die Weihnachtsbäume mit selbst gebasteltem Schmuck. Zur Belohnung dürfen sie sich hinterher am Lagerfeuer aufwärmen und sich mit Stockbrot stärken.

Für die richtige Stimmung sorgte der Kevelaerer Sänger Karl Timmermann mit einer musikalischen Weihnachtsreise. Überhaupt konnte sich das Bühnenprogramm wieder einmal sehen und vor allem hören lassen. Mit vorweihnachtlichen Klängen des Kirchenchores St. Marien Budberg, der „singenden Käseverkäuferin“ Petra Mölich sowie dem Veener Akkordeon-Orchester war für jeden Geschmack etwas dabei. „Wenn mal einer wegzieht, was nur selten vorkommt, kehrt er spätestens zum Weihnachtsmarkt zurück“ erklärte Bürgermeister Frank Tatzel in seiner Begrüßung. Zu beobachten war das spätestens am Samstagabend, als zur Livemusik der Coverband „String“ traditionell bei heißem Glühwein um den Tannenbaum getanzt werden durfte. Über tausend Besucher ließen sich dieses Erlebnis nicht entgehen.

Was den Glühwein angeht, hatten die Besucher übrigens die Qual der Wahl. Während die Mitglieder des SV Budberg den klassischen roten anbieten, gab es am Stand von Vera Becker weißen Glühwein. „Wir stimmen ihn mit natürlichen Gewürzen ab, dadurch ist er sehr bekömmlich“, erläuterte die Weinfachfrau aus der Pfalz, die schon seit 1986 regelmäßig dabei ist. Den etwas anderen Christbaumschmuck bot Imker Michael Conrad. An seinem Stand durften Kinder heißen Bienenwachs in Silikonformen gießen und erhielten nach einer kurzen Abkühlphase garantiert biologische Herzchen, Sterne oder Engel. Selbstverständlich gab es auch die Möglichkeit, Wachskerzen, Honig oder Met direkt vom Erzeuger zu kaufen. „Und das alles stammt von garantiert glücklichen Rheinberger Bienen“, versprach Conrad. Wer beim Bummel durch die Budengasse kalte Füße bekam, landete fast automatisch bei Anita Janßen und ihren aus dicken Stoffschnüren handgehäkelten Hausschuhen. „Sie wärmen einfach super und es fühlt sich dabei an, als würde man barfuß laufen“, sagte die Veenerin.

Die Erlöse des Weihnachtsmarktes bleiben übrigens ebenfalls im Dorf, erklärte der erste Vorsitzende des Vereins, Bernd Mußmann: „Wir spenden Farbe, um die Aktion Bunt statt Grau zu unterstützen oder helfen mit, dass das Bürgerhaus eine Klimaanlage bekommt.“