Rheinberg: Brandschutz: Wer vorbeugt, kann sein Leben retten

Rheinberg: Brandschutz: Wer vorbeugt, kann sein Leben retten

Sebastian Schriewer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg, rät dringend zu Rauchmeldern in der Wohnung.

Brandschutz ist Lebensschutz. Mit diesem Wissen und entsprechenden Erfahrungen appellierte Sebastian Schriewer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg, an die Besucher, sich in den eigenen vier Wänden entsprechend auszustatten. Die Rede ist von Rauchmeldern, die mit wenigen Handgriffen an ausgesuchten Stellen angebracht werden können.

Schriewer hatte entsprechendes Videomaterial für den Nachmittag mitgebracht, der sich mit Sicherheitstipps speziell an Seniorinnen und Senioren richtete. Wie schnell eine nicht beaufsichtigte Kerze für einen Zimmerbrand und lebensgefährliche Rauchentwicklung sorgen kann, wurde den Zuhörern schnell bewusst. "In weniger als drei Minuten brennt das Wohnzimmer. Die Hitze von zunächst noch 300 Grad würde schon keiner mehr aushalten", so der 35-Jährige.

Ebenso eindringlich schilderte Schriewer die Situation, wenn ein Kinderzimmer in Brand gerät. Mitverantwortlich für den rasanten Verlauf, so Schriewer, seien neue Baustoffe und deren starke Brennbarkeit. Sein Anliegen wurde schnell mehr als deutlich. Wie kann sich ein Brand im Vorfeld vermeiden lassen?

Klassiker, so Schriewer, sind Kerzen, die besonders in der Winterzeit erhöhtes Gefahrenpotential bieten. "Verzichten Sie möglichst auf Kerzen. Und wenn's Kerzen sein müssen, beaufsichtigen Sie sie." Denn sollte es brennen, können schon wenige Atemzüge zur Bewusstlosigkeit führen. Brandrauch ist aufgrund seiner hochgiftigen Zusammensetzung tödlich. Schriewer riet ebenfalls, statt des bequemen Stand-by-Modus, das Fernsehgerät zur Nacht komplett auszuschalten wie auch den Bestand an Küchenutensilien zu überprüfen. "Ersetzen Sie alte Haushaltsgeräte wie Bügeleisen, an denen schon das Kabel defekt ist."

Und: "Agieren Sie immer mit kritischem Menschenverstand", so sein Rat. Sollte es zum Erstfall kommen, muss man den Notruf 112 absetzen, gegebenenfalls andere Hausbewohner warmen und sich selber in Sicherheit bringen. Denn auch nach dem Notruf, der über die Leitstelle Wesel koordiniert wird, braucht die Feuerwehr Rüstzeit.

Den Wohnungsbrand selber zu löschen, sei zu gefährlich. Bei kleineren Brandereignissen in der Küche, wie ein brennender Topf auf dem Herd, erstickt der aufgelegte Topfdeckel den Branherd. Auch Löschdecken sollten im Haus sein wie auch an strategisch wichtigen Stellen Feuerlöscher.

Für Schriewer sind für die Brandfrüherkennung Rauchmelder das A und O. 96,6 Prozent der älteren Menschen leben in Seniorenhaushalten, 60 Prozent der 75-jährigen Frauen in Single-Haushalten. Speziell für diese Gruppe, die mit leichten körperlichen Defiziten zu leben haben, gebe es im Fachhandel spezielle "Defizit gerechte" Warneinrichtungen mit optischer und mechanischer Alarmierung wie auch Geräte mit Funkvernetzung, die den Alarm weiterleiten.

(RP)