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Bönninghardter Kiesgegener laden zur Mahnwache auf den Hackstein-Hof

Kiesabgrabung am Niederrhein : Kiesgegner bilanzieren Protest-Jahr bei Mahnwache auf Hackstein-Hof

Bönninghardts Ortsvorsteher Herbert Oymann steht im Briefwechsel mit Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. Er hofft auf die nächste Abgrabungskonferenz.

Es ist zuletzt ruhig geworden im Konflikt um zusätzliche Abgrabnungsflächen für Kies. Die Bönninghardt aber bleibt wachsam und sie bleibt wehrhaft. Der Steuerkreis Heier Kiesgegner lädt für Montag, 30. Dezember, zu der seit mehr als einem Jahrzehnt terminlich stets zum Jahresausklang gesetzten Mahnwache auf dem Hof der Familie Hackstein an der Bönninghardter Straße 42 ein. Das wärmende Feuer wird um 17 Uhr entfacht. Mit der Zusammenkunft wollen die Bönninghardter das Signal verstärken, dass die Planer beim Regionalverband Ruhr (RVR) weiter mit ihnen rechnen müssen.

Bei der Abgrabungskonferenz Anfang Oktober im Weseler Kreishaus, so Ortsvorsteher Herbert Oymann, sei erstmals erkennbar geworden, dass die Bürgerinitiativen im nicht enden wollenden Dauerkonflikt um Kiesabbau am Niederrhein „endlich Gehör finden“. Die regionalen Kiesunternehmen hätten öffentlich untermauert, dass sie kein Interesse an vier ausgewiesenen Flächen im Entwurf des Regionalplans hätten. Das sehe auch Industrie- und Handelkammer (IHK) so, sagt Oymann. Er hat Anfang November Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des RVR, einen Brief geschrieben. Darin fragt Oymann nach, warum die von der Industrie als für sie uninteressant klassifizierten Flächen – neben den 22 Hektar am Flughafenweg und 38 Hektar an der Alte Weseler Straße in der Bönninghardt, 44 Hektar in Wesel-Obrighoven sowie 85 Hektar im Wickrather Feld in Kamp-Lintfort – nicht sofort aus dem Planungshorizont des RVR gestrichen worden seien. Dass das durchaus denkbar wäre, habe die Regionaldirektorin in ihrem Schlussstatement bei der Abgrabungskonferenz skizziert.

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In ihrer Antwort, so Oymann, mache Geiß-Netthöfel deutlich, dass es angebracht sei, auf der Folge-Konferenz zum Thema Rohstoffgewinnung „einen konkreten Flächenbezug herzustellen“. Die Regionalplanungsbehörde sei aktuell mit der hierfür erforderlichen Überarbeitung des Planentwurfs befasst.

Zuständig ist beim RVR nicht mehr Martin Tönnes. Der umstrittene Planungsdezernent ist in der vorigen Wochen vom Ruhrparlament abberufen worden. Bis die Nachfolge geregelt ist, liegt die Verantwortung nun bei der Regionaldirektorin.

Mit der Mahnwache auf dem Hackstein-Hof wollen die Heier Kiesgegner das Protest-Jahr bilanzieren, allen Mitstreitern danken und bei Glühwein und Grillwurst Gemeinschaft pflegen. Zur Mahnwache ist jeder eingeladen. „Dass wir Heier und der Niederrhein-Apell mit den vielen Initiativen auch im nächsten Jahr den Protest aufrecht erhalten, versteht sich von selbst“, betont Oymann. Er verspricht einen langen Atem.