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Bild fürs Schützenfestplakat der Alpener Junggesellen kommt in Feuerwehrgerätehaus

Schützentradition in Alpen : Von dem Schützenfest bleibt nur das Bild

Das Pfingstfest der Alpener Junggesellenschützen ist ein Opfer der Corona-Pandemie. Ehrenpräsident Hubert Scheeren hat trotzdem sein Plakat-Bild gemalt. Als Motiv hat er das neue Feuerwehrgerätehaus gewählt. Dort bekommt das einmalige Werk einen Ehrenplatz.

Mit einem Blick auf das vorhergesagte sommerliche Wetter über Pfingsten trifft die Absage des Schützenfestes wegen der Corona-Pandemie die Junggesellen-Schützen besonders hart. Geblieben ist nur das Bild fürs Plakat, das eigentlich niemand braucht, weil ja nichts stattfindet. Ehrenpräsident Hubert Scheeren hat’s trotzdem gemalt und am Freitag vor Pfingsten vorgestellt.

Dabei wählt er traditionell ein örtliches Motiv, um es mit künstlerischen Mitteln für die Plakate zum Fest zum echten Hingucker zu machen. „Ich bin vor Weihnachten angefangen, sonst schaffe ich es nicht rechtzeitig“, sagt Scheeren, der nicht nur das Bild, sondern auch den Entwurf fürs Plakat vollendet hat. Bei der Herangehensweise ist ihm neben dem lokalen Bezug ein hoher Wiedererkennungswert wichtig.

Sein Vorbild ist der Dresdener Maler Bernardo „Canaletto“ Bellotto, der die Stadt an der Elbe im 18. Jahrhundert auf einzigartige Weise abbildete. „Ich bin vielleicht der Canaletto vom Niederrhein“, sagt Scheeren und lacht. Als Motiv diente ihm diesmal Alpens neue Feuerwehrwache, die der Künstler schon jetzt „ein bedeutendes Gebäude für die Gemeinde“ nennt.

Für die zugrunde liegenden Fotoaufnahmen musste Hubert Scheeren seinen Wecker stellen: „Ich habe die Bilder früh morgens aufgenommen. Da erstrahlt das Hauptgebäude in hellem Licht, und der Turm liegt ein wenig im Schatten.“ Damit er einen Kontrast zu den kantigen, klaren Formen des Gebäudes erreicht, hat Scheeren den in einem langgezogenen „S“ verlaufenden Radweg auf der gegenüberliegenden Seite ins Bild eingebaut.

Um das Ganze abzurunden, nutzte das Alpener Original einen Kunst-Kniff. „Ich habe auf der rechten Seite einen Baum gemalt, den es dort nicht gibt. So kommt das Motiv besser zur Geltung“, verrät der Junggeselle, der das Bild für spätere Generationen mit einem kleinen Text versehen hat: „Ich habe dieses Bild für das Schützenfest fertiggestellt. Das findet nicht statt. Das Bild kann erinnern.“

Bürgermeister Thomas Ahls freute sich, dass die Bilder-Tradition nicht unterbrochen wurde und würdigte Scheerens Engagement: „Dieses Bild gehört zur großen Sammlung von Scheeren-Bildern, die in der Gemeinde zu sehen sind. Vielleicht können wir irgendwann daraus eine Ausstellung machen.“

Aber was passiert nun mit dem Bild ohne die einzigartigen Plakate zum Schützenfest? „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen Ehrenplatz im Feuerwehr-Gerätehaus bekommen muss“, sagt Christian Lommen von den Junggesellen-Schützen. Um dem Künstler angemessen zu bezahlen, hat Lommen in den sozialen Netzwerken einen Sammelaufruf gestartet. „Die Resonanz war überwältigend. Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele beteiligen. Sie alle werden von Hubert Scheeren namentlich auf dem Bild verewigt und bekommen einen Abdruck“, verspricht Lommen.