Betrug am Telefon Falsche Polizisten hatten sauber ermittelt

Rheinberger merkte, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte. Er ließ sich nicht hinters Licht führen.

 Ein Rheinberger ist nicht auf die Betrugsversuch der falschen Polizisten am Telefon hereingefallen.

Ein Rheinberger ist nicht auf die Betrugsversuch der falschen Polizisten am Telefon hereingefallen.

Foto: dpa/Martin Gerten

Herr W. ist über 80, aber geistig und körperlich topfit. Früher war er Lehrer, hat sich in vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert. Ein Typ, der noch immer mitten im Leben steht und der nicht den Eindruck macht, als lasse er sich leicht übers Ohr hauen. Doch genau das sei ihm beinahe passiert, räumt der Rheinberger offen ein. Und das habe ihm einen ganz schöne Schrecken eingejagt. Aus diesem Grund möchte er zwar anonym bleiben, seinen „Fall“ aber gerne öffentlich machen. Um andere zu warnen.

Herr W. hat am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr einen Anruf bekommen. Der Mann am anderen Ende der Leitung, der sehr glaub- und vertrauenswürdig geklungen habe, habe sich als Mitarbeiter der Polizei-Dienstelle Dinslaken, Kriminalkommissariat mit Schwerpunkt Raubdelikte, ausgegeben. „Er erzählte mir, dass zwei Einbrecher festgenommen worden seien, bei denen man in einem Rucksack ein Notizbuch gefunden habe, das mir gehören sollte“, so W. im Gespräch mit der RP.

Der angebliche Polizist bat darum, ihm einige Fragen stellen zu dürfen. W. kam der Bitte gerne nach und hörte mit Erstaunen Dinge, die er alle besten Gewissens mit „ja“ beantworten konnte. Name, Adresse, Lebensumstände, ob bei ihm in der Nachbarschaft in letzter Zeit mal eingebrochen worden sei, ein Konto bei der Bank x, ein anderes bei der Bank y. Ob es stimme, dass er ein Depot bei seiner Bank aufgelöst habe? Alles richtig. „Erstmals wurde ich stutzig, als der angebliche Polizist mich fragte, ob ich mit dem Kontostand zufrieden sei. Darauf habe ich gesagt: Das sage ich Ihnen nicht.“

Der Anrufer und ein anderer Mann, der offenbar mithörte, hätten sofort reagiert und angeboten, W. könne unter der Notrufnummer 110 zurückrufen. „Da ist mir endgültig klar geworden, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht“, so der Rheinberger. „Weil ich weiß, dass die 110 bei der Leitstelle in Wesel aufläuft und nicht in Dinslaken.“

Er habe aufgelegt und Rat in der Familie gesucht. Seine Schwiegertochter habe sich sofort bei der Polizei gemeldet und erkundigt. Die Masche solcher falschen Polizisten war dort bestens bekannt. „Was mich erschrocken hat war, wie genau und detailliert diese Männer über mich Bescheid wussten.“

Björn Haubruck, Pressesprecher der Polizei im Kreis Wesel, ist dankbar, dass sich Herr W. gemeldet hat. „Wir können nicht oft genug auf diesen Trick hinweisen“, sagte er. Er rät dringend dazu, im Falle solcher mysteriösen Anrufe sofort aufzulegen. Björn Haubruck dazu: „Die Polizei würde sich niemals am Telefon nach Vermögensverhältnissen von Bürgern erkundigen.“ Die Falsche-Polizisten-Masche gebe es schon lange und tauche von Zeit zu Zeit immer mal wieder auf. Für Betroffene sei wichtig zu wissen: Die Polizei meldet sich niemals unter der Telefonnummer 110.

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