Kastanienfest in Rheinberg Kastanien, Äpfel, Sonne und ein Rekord

Zahlreiche Familien zog es mit Sammelgut in die Stadt. Vor der Waage bildete sich eine lange Schlange.

 Die Herbstsonne lockte am Sonntag zahlreiche Besucher in die Rheinberger Innenstadt zum Kastanienfest.

Die Herbstsonne lockte am Sonntag zahlreiche Besucher in die Rheinberger Innenstadt zum Kastanienfest.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Wenn im Herbst im ganzen Stadtgebiet Familien mit Taschen und Bollerwagen unterwegs sind, ist Kastanienfest. Das lockt mit frischen Äpfeln. Ein Kilo Äppel gab’s im für fünf Kilo Kastanien. Ein Tausch, der auch wieder großen Anklang fand. „In den ersten beiden Stunden sind bereits sechs Tonnen Kastanien über die Waage gegangen. Die Früchte sind zwar kleiner als sonst, weil die Miniermotte den Bäumen zugesetzt hat. Aber die Menge stimmt“, berichtet Chantal Kunze von der Jugendfeuerwehr. Richtig: Am Ende stand ein Rekord. Es kamen unterm Strich 18,2 Tonnen Kastanien auf die Waage,vor der sich eine lange Schlange gebildet hatte. 16,5 Tonnen waren’s 2010, dieser Wert hatte bis jetzt Bestand. Platz eins belegte Familie Stiebe-Schneider mit 310 Kilo vor Familie Pap-Saranito mit 171 und Familie Honnen mit 110 Kilo.

Wieder hat sich der Feuerwehrnachwuchs vom Löschzug Mitte das Winterfutter für Wildtiere entgegen genommen. Rund um die Waage vor der Pfarrkirche St. Peter sorgen rund 80 Händler für Volksfestcharakter. Ulrike Brechwald, Vorsitzende des Werberings, erklärt das Erfolgsrezept: „Es ist eben ein Fest für die ganze Familie. Eltern und Großeltern gehen mit ihren Kindern und Enkeln Kastanien sammeln und tauschen sie hier ein.“

Joachim Hamann kann das bestätigen. Mit Ehefrau Gabriele, Kindern und Enkelkindern hat der Rheinberger einen halben Zentner Kastanien gesammelt. Dafür gibt es vier Kilo Äpfel. Die Tauschobergrenze liegt bei 20 Kilo. Dennoch winkt allen Teilnehmern am Abend eine süße Belohnung. „Die Äpfel werden direkt verarbeitet. Warmes Apfelmus von frischen Äpfeln schmeckt fantastisch“, erklärt Gabriele Hamann.

 Säckeweise füllten Arne Reinaerdts (links) und Ole Kisters den Hänger mit Kastanien.

Säckeweise füllten Arne Reinaerdts (links) und Ole Kisters den Hänger mit Kastanien.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Jonas und Kevin haben die Kastanien in Kamp-Lintfort gesammelt und sie mit der Fiets nach Rheinberg gebracht. „Wir wollen die Tiere im Winter zu unterstützen“, erklärt der 14-jährige Jonas und fügt nach einer kurzen Pause an: „Außerdem hat meine Oma mir versprochen, heute Abend Apfelpfannkuchen zu backen.“

Wer keine Kastanien mehr gefunden hatte, durfte sich dennoch über leckere Äpfel freuen. „Wir haben alte Sorten im Angebot wie den Wellant oder den roten Prinzen. Diese Früchte sind besonders vitaminreich. Wir nennen das Ernährung mit Köpfchen“, sagt Obsthändler Matthias Krahwinkel.

Der Lindenplatz war wieder Freiluft-Cafè – und das bei herrlichem Spätsommerwetter. Dazu gab’s Livemusik und Kunsthandwerk. Offene Geschäfte luden zum Bummeln. Vom Umfang her habe das Kastanienfest nach Ansicht von Ulrike Brechwald sein Limit erreicht: „Aber Händler mit ungewöhnlichen Angeboten dürfen sich noch melden.“

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