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Rheinberg: „Bergbau ist unerbittlich“

Rheinberg : „Bergbau ist unerbittlich“

Das Fazit von Ulrich Behrens, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener (SGB), zu den neuen Kohle-Abbauplänen (RP v. 26. August) ist bitter: „Das Bergwerk West will unerbittlich den Annaberg tiefer legen.“ Das eine Flöz sei noch nicht fertig, da werde mit „Matthias 2“ schon das nächste geplant.

Ab November 2007 solle es weiter gehen mit dem „Raubbau unter dem Wohngebiet am Annaberg. Doch die Einwirkungen werden weit bis in die Rheinberger Innenstadt zu spüren sein“, blickt Behrens voraus. Auch der Kamper Hof, ein historisch wertvolles Gebäude mit Ursprüngen aus dem Jahre 1215, werde unter den Bergschäden zu leiden haben. Behrens: „So wird vielleicht auch den Bewohnern der Innenstadt endlich bewusst, dass es kein ,Annaberger Problem’ ist, was wir von der SGB verhindern wollen, sondern ein Problem für die ganze Stadt Rheinberg.“

Vielleicht brauche dann auch nicht mehr so lange über eine Weiterführung von Klagen gegen Bergwerk West diskutiert zu werden: „,Matthias’ wird endgültig den Annaberg unter Rheinniveau absenken und so die letzte hochwasserfreie Insel hier im Innenbereich von Rheinberg beseitigen“, erläutert Behrens. Bleibe nur zu hoffen, dass bei den Gesprächen über RAG-Börsengang, Auslauf des Bergbaus und Anschlussfinanzierung im Herbst die Politiker in Düsseldorf und Berlin endlich ihre Aufgabe wahrnähmen und die Reihenfolge der Bergwerksschließung mit in ihr „Paket“ nehmen. Behrens: „Bergwerk West muss gestoppt werden! Wir fordern alle Rheinberger auf: Schreiben Sie an die Verantwortlichen in Bund und Land, sprechen Sie Ihre Vertreter hier in der Stadt an, damit diese ihren Einfluss geltend machen.“

(RP)