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Rheinberg: Ben Redelings geniale Fußballwelt

Rheinberg : Ben Redelings geniale Fußballwelt

Weil für Fans von Bundesliga-Fußball und Champions League derzeit so etwas wie Fastenzeit herrscht, lud die IG Bürgerhaus Budberg den Fußball-Kabarettisten Ben Redelings in die ehemalige Feuerwache ein. Der leidgeprüfte Fan des VFL Bochum sammelt Anekdoten rund um das Leder wie andere Leute Briefmarken. Dass die in seinem Programm "Ohne Fußball ist alles nichts" beschriebenen Personen fast ausnahmslos die Stollenschuhe längst an den Nagel gehangen haben, hat für einen wie Redelings einen bedauernswerten Hintergrund: "Die Spieler von heute sind wesentlich geschulter im Umgang mit Medien, die lesen jedes Interview vorab, bevor sie es freigeben. Spontane Sprüche kommen nur noch selten."

Weil das nicht immer so war, gab es für die 50 Besucher einiges zum Schmunzeln und Lachen. Einer, der noch lange nach seiner aktiven Laufbahn Futter für Redelings liefert, ist Lothar Matthäus. "Der hat mal einen Auftritt mit Waldemar Hartmann abgesagt, weil er angeblich im Krankenhaus lag, was aber nicht stimmte. Waldi war so sauer, dass er dem Publikum erzählte: Lothar ist im Krankenhaus, er möchte bei der Geburt seiner nächsten Frau dabei sein." Immer wieder streut Redelings legendäre Zitate ein wie das von Thorsten Legat, der in seiner Zeit beim VfB Stuttgart von einem Journalisten gefragt wurde, ob er schon mal Spätzle gegessen habe. Legats Antwort: "Nein, aber im Grunde esse ich Geflügel ganz gerne." Zwischendurch lüftete der Autor zahlreicher Bücher über die Kuriositäten rund um den Fußball das eine oder andere Geheimnis. So habe etwa Hermann Gerland, Co-Trainer bei Bayern München, von seiner Frau eine Boxershorts bekommen, auf der an brisanter Stelle das Wort "Trainerstab" prangert.

Daneben sind es immer wieder die unvergessenen Idole aus der ersten Bundesliga-Dekade, die für Geschichten und Legenden gesorgt haben. Einer von ihnen ist der Essener Willi "Ente" Lippens. Der nicht minder legendäre Schiedsrichter Walter Eschweiler pflegte mit dem Niederländer einen besonderen Umgang. Als Lippens einen Eckstoß ausführen wollte, ging Eschweiler zu ihm und fragte: "Wilhelm, wie geht es zu Hause, was macht die Familie?" Lippens antwortete: "Prima. Soll ich noch von den Kindern erzählen, oder darf ich erst den Eckball ausführen?" Später soll Eschweiler den Kicker während eines Bundesligaspiels gesagt haben: "Wilhelm, ich glaube, deine Frau betrügt uns."

Aber nicht nur auf oder abseits des Platzes kommt es zu den vielzitierten Kicker-Sprüchen, manch einer plaudert auch gerne mal aus seinem Privatleben. "Ich hatte noch nie Streit mit meiner Frau, bis auf das eine Mal, als sie mit aufs Hochzeitsfoto wollte", berichtete etwa Mehmet Scholl. Aber nicht nur Spieler sind immer für einen Spruch gut, sondern auch Reporter. So sagte einst Wolf-Dieter Poschmann über einen Spieler: "Er hat nur zwei Vorbilder: Kaká und Jesus. Kaká von Mailand und Jesus von Nazareth."

(erko)