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Beim Bierfest in Menzelen war das ganze Dorf auf den Beinen

Dorffest in Menzelen : Drei Tage in Feierlaune

Am Wochenende war ganz Menzelen auf den Beinen. Während sich die Erwachsenen beim Bierfest am Frischgezapften erfreuten, hatte der Nachwuchs beim Kinderschützenfest großen Spaß.

Nach den Corona bedingten Absagen in den vergangenen zwei Jahren fand am Wochenende im Schützenhaus in Menzelen wieder das niederrheinische Bierfest statt. Jeweils rund 1000 Bierfreunde strömten am Freitag und Samstag ins Festzelt und flanierten über die „Bierstraße“ vorbei an den Zapfhähnen von 15 Brauereien. Am Sonntag schoss Lasse Rösken beim Kinderschützenfest den Vogel ab.

„Das Besondere an dem Bierfest ist, dass wir alle Sorten als Fassbier haben, sogar Heineken“, sagte Stefan Heistermann. Ausgeschenkt wurden Maisel‘s Weisse, Bayreuther Landbier und Co. in den Originalgläsern der jeweiligen Brauerei, und das von Schützen des Bürgerschützenvereins Menzelenerheide. Damit alle Mitglieder in den Biergenuss am Zapfhahn kamen, hieß es für die Altschützen am Freitag und die Jungschützen dann am Samstagabend: Ab hinter die Theke!

Am Sonntag fand dann nach 2019 erstmals wieder das traditionelle Kinderschützenfest statt. Zuvor wurde im Festzelt ein Wortgottesdienst gefeiert. Danach durften die kleinen Gäste endlich auf die „Spielwiese“, wo sie neben einer riesigen Hüpfburg der Alpener Firma TCA und einem Popcorn-Automaten ein Parcours mit verschiedenen Geschicklichkeitsspielen erwartete. „Das Grundthema ist dieses Mal der Bauernhof“, erzählte Ideengeberin Meike Bocholz.

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Um dem gerecht zu werden, waren die Zielobjekte beim Dosenwerfen beispielsweise mit lachenden Kühen, grinsenden Schweinen und glücklichen Landwirten verziert. Zum Leitthema passte dann sogar der Klassiker „Eierlaufen“, der sich eines überraschend großen Zulaufs erfreute. „Das ist wieder richtig in Mode gekommen. Manche wollen gleich mehrmals mitmachen“, sagte Bocholz.

Das war übrigens kein Problem. Zwar bekamen die Kinder Spielkarten, auf denen sechs Disziplinen abgestempelt werden sollten, aber das sah man an diesem Tag nicht so eng. Bocholz: „Wenn jemand sechs Mal Dosenwerfen möchte, kann er das machen und darf sich am Ende für seine volle Karte trotzdem ein tolles Geschenk aussuchen.“ Die Großen plauderten derweil in der vom Elternbeirat des St.-Michael-Kindergartens betreuten Cafeteria. Bei den verführerischen Kalorienbomben handelte es sich allesamt um Spenden aus dem Dorf.

Im Mittelpunkt stand an diesem sonnigen Nachmittag aber natürlich das Preis- und Königsschießen. Während bei Ersterem alle Kinder aus Menzelen und Umgebung teilnehmen durften, gelten für die Königsdisziplin noch immer eiserne Regeln. „Auf den Vogel dürfen nur Jungen schießen“, sagte Schießleiter Stefan Heistermann, der versicherte, dass der Jungkönig keine weiteren gesellschaftlichen Verpflichtungen eingehen müsse: „Er wird beim großen Schützenfest im Oktober mit seinem Thron vorgestellt. Das ist aber auch schon alles.“

Angesichts dieser recht niederschwelligen Anforderungen standen gleich fünf Aspiranten bereit, die sich einen packenden Wettkampf an der pneumatischen Armbrust liefern sollten. Schließlich war es Lasse Rösken, der den Vogel mit dem 147. Schuss von der Stange holte und sich damit den Siegerpokal und die Plakette sicherte.

(erko)