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Rheinberg: Baumesse hat den Klimaschutz im Blick

Rheinberg : Baumesse hat den Klimaschutz im Blick

Auf der Rheinberger Baumesse, die heute und morgen stattfindet, sind alternative Heizsysteme ein Schwerpunktthema. Auch Wärmedämmung spielt eine wichtige Rolle. Der Markt mit Wintergärten boomt. Isolierglas ist Vorschrift.

Die Energiewende als probates Mittel gegen den Klimawandel ist derzeit in aller Munde. So wundert es wenig, dass das Thema Energie auch bei der am Wochenende in Rheinberg stattfindenden Baumesse im Mittelpunkt steht. Dass Deutschlands Häuslebauer längst dabei sind, sich von fossilen Energiequellen zu verabschieden, zeigt die Vielzahl an Anbietern alternativer Heizungssysteme.

Die derzeit beliebteste Methode, wohlige Wärme in die eigenen vier Wände zu bekommen, ohne Gas oder Öl zu verbrennen, ist der Einsatz einer Luft-Wasser-Wärme- Pumpe. Auch deshalb, weil sie preislich kaum über dem Niveau einer herkömmlichen Heizung liegt. Dabei werden oft die Nachteile übersehen, wie das sonore Brummen des Lüfters, der die Außenluft ansaugt, um ihr die Wärme zu entziehen oder die Stromkosten.

"Der große Nachteil einer solchen Anlage ist, dass in der Regel bei Temperaturen unter null Grad ein Heizstab die Wärme erzeugt und das kostet Strom", erklärt Noah Geerkens. Um das aufzufangen empfiehlt sich zusätzlich eine Photovoltaikanlage. Nachteil: Nachts und im Winter funktioniert das nicht. Zusammen mit der Rheinberger Firma Geerkens bietet das Unternehmen SENEC eine Lösung an: Ein Akku liefert nachts die tagsüber eingespeiste Energie, und eine "Strom-Cloud" stellt den im Sommer erzeugten Strom im Winter bereit. Darüber hinaus biete die Cloud einen weiteren Vorteil, so SENEC-Mitarbeiter Heiko Oltmanns: "Mit einem Elektroauto kann der Kunde zum Beispiel an 53.000 Tankstellen in Europa Strom tanken, den er daheim auf seinem Dach produziert hat, oder damit im Winter seine Ferienwohnung in Italien heizen."

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Teuerste, aber auch effizienteste Heizmethode ist derzeit die Geothermie oder Erdwärme. Ulrich Biermann erklärt die Vorteile: "Sie verursacht nur geringe Stromkosten, ist geräuschlos und nahezu wartungsfrei. Darüber hinaus kann man sie im Sommer zur Kühlung einsetzen." Allen Heizsystemen gemein ist, dass dafür weder ein Kamin noch ein Schornsteinfeger benötigt wird. Der Branche bereitet das kein Kopfzerbrechen. "Klassische Kaminkehrer sind wir schon lange nicht mehr. Unsere Aufgaben reichen von Energieberatung bis zur Wartung von Wohnraumlüftungsanlagen", sagt Thomas Voß, Schornsteinfegemeister aus Dinslaken.

Am besten sei, übermäßigen Energieverbrauch gar nicht aufkommen zu lassen. Ein Mittel dagegen ist es, sein Haus mit dreifach verglasten Fenstern und Türen auszustatten. Der Rheinberger Unternehmer Karl Caniels warnt vor schwarzen Schafen der Brache: "Hersteller aus dem Ostblock überschwemmen den Markt. Die Fenster unterscheiden sich äußerlich kaum von unseren Produkten, bieten aber bei weitem nicht die Qualität."

Boomender Markt sind Wintergärten. Wichtig ist auch hier die Wärmedämmung, so Anbieter Klaus Tuschhoff aus Moers: "Für einen Wintergarten gilt die Wärmeschutzverordnung, der Einsatz von Isolierglas ist Vorschrift." Für den Blick auf einen traumhaften Garten sorgt Sabine Müller-Schelderhoff aus Xanten. Bilder von plätschernden Bachläufen in einer grünen Oase und liebevoll angelegten Ruhezonen zeugen von Kreativität. "Wir planen leidenschaftlich gern. Sprudelndes Wasser bringt eine akustische Komponente in den Garten", so die Spezialistin.

Die Baumesse ist heute und morgen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

(RP)