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Alpen: Bauausschuss weist Janßens Entwurf erneut zurück

Alpen : Bauausschuss weist Janßens Entwurf erneut zurück

Alpener Bauunternehmer möchte an der Burgstraße 36-38 eine Kleinstpflegeeinrichtung mit 26 Wohneinheiten bauen.

Schon im September 2013 lag dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss ein Antrag des Alpener Bauunternehmers Hermann Janßen vor. Er plant an der Burgstraße den Bau von drei Wohngruppen als Kleinstpflegeeinrichtung mit 26 Wohneinheiten und Tiefgarage. Entstehen soll die Anlage an der Burgstraße 36-38, zwischen ehemals Awo-Stube und Burgschänke.

Damals sagte der Ausschuss ganz klar "nein". Thomas Hommen von der FDP hätte es auch auf russisch sagen können: "njet". Denn für ihn hatte die Planung den Charme eines Wohnsilos wie in "Wladiwostok 1970". Daran hat sich für den Liberalen mit dem neuen Antrag nicht viel geändert. "Der Investor scheint relativ uneinsichtig zu sein", sagte Hommen gestern Abend im Bauausschuss. "Denn jetzt sieht das Gebäude aus wie Wladiwostok 1970 mit einem Geschoss weniger."

Denn das ist der wesentliche Unterschied zum ersten Entwurf: Janßen möchte ein Geschoss weniger realisieren. Doch diese Nachbesserung reichte den Ausschussmitgliedern nicht. Markus Kellings (CDU) drückte es schonend aus: "Wir hätten eine Lösung favorisiert, die sich besser in das Bild der Gebäude in der Nachbarschaft einfügen würde. Wir wünschen uns eine etwas konkrete Planung. Der Investor soll sie noch einmal überarbeiten."

Dr. Armin Lövenich (SPD) wurde konkret: "Das Vorhaben ist nach §34 des Baugesetzbuches zu beurteilen", sagte er. Was bedeutet: Weil kein Bebauungsplan existiert, ist die Anlage an den umliegenden Häusern zu bemessen. Lövenich: "Jetzt passt es sich nicht so ein wie es sollte." Er vermisste auch Fragen über den Brandschutz und darüber, wie der Verkehr auf der Burgstraße in der Bauphase geregelt wäre. Und: "Gibt es Gespräche mit dem Investor? Sind die Bürger beteiligt?" Falls ein Bebauungsplan aufgestellt würde, so der SPD-Mann, "wie wäre dann die Rolle der Gemeinde?"

Peter Nienhaus (Grüne) argumentierte auf der gleichen Linie: "Uns fehlt die städtebauliche Einbindung, das ist insgesamt zu wuchtig", sagte er. Auch müsse man das Umfeld mit einbeziehen und zum Beispiel überlegen, ob man die Haagstraße als Einbahnstraße ausweist. Grundsätzlich, so Nienhaus, sei es allerdings sinnvoll, diesen Bereich an der Burgsraße zu bebauen.

Auch Bürgermeister Thomas Ahls machte deutlich, dass sich Janßens Planung nach §34 nicht umsetzen lasse; entsprechend müsse ein Bebauungsplan her. Er sagte aber ebenso deutlich: "Wir wollen das Projekt nicht komplett über die Klinge hüpfen lassen." Denn er sehe auch, dass der Bedarf für solche Einrichtungen da ist: "Wir müssen auch an die Zukunft denken und sollten da offen herangehen."

Fazit: Der Ausschuss folgte der Beschlussempfehlung der Verwaltung und wies die Planung zurück. Nun sollen Gespräche mit dem Investor geführt werden.

(RP)