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Band Four over Fifty feiert ihre Live-Premiere in einem Veener Garten

Musik in Alpen : Vier Rock-Opas starten mit Live-Act im Garten

Corona hat die Band „Four over Fifty“ lange ausgebremst. Nun feierten sie in Veen Premiere vor Publikum. Der Auftritt macht Lust auf mehr.

Es gibt die unterschiedlichsten Wege, auf denen sich Musiker zu einer Band zusammenschließen. Dass Drummer, Bassist und Keyboarder über eine Suchanzeige im Katalog eines renommierten Kölner Musikgeschäfts im Garten des Veener Tischlermeisters Markus Lamers gelandet sind, dürfte eine Anekdote sein, von der die Band noch in vielen Jahren erzählen wird.

Mit Blick auf das Alter des Quartetts gestaltete sich die Namensgebung hingegen ungleich einfacher: „Four over Fifty“, das sind neben Frontmann Lamers der Bassist Ludwig Pfahlsdorf, der Schlagzeuger Werner Frankenbusch und der Keyboarder Johannes Bartsch. Allen gemein ist die Tatsache, dass sie das fünfzigste Lebensjahr schon mehr oder weniger lange überschritten haben. „Man darf uns schon als Rock-Opas bezeichnen“, sagt Lamers und lacht.

Er freut sich darüber, dass am vergangenen Sonntag im heimischen Garten vor rund 30 Besuchern endlich der erste Live-Auftritt über die Bühne, besser über den Rasen gegangen ist. „Wir haben die Band im November vergangenen Jahres gegründet, wollten möglichst bald auf die Bühne, aber dann hat uns Corona ausgebremst“, erzählt Lamers. Selbst gemeinsame Proben seien kaum möglich gewesen.

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Markus Lamers nimmt das mit Humor, begrüßt das Publikum mit den Worten: „Das Coronavirus hat uns viel Zeit gekostet. Wir mussten sogar unsere geplante Welttournee absagen und unsere Karriere nun hier im Garten beginnen.“ Beim Repertoire dürften sich Altersgenossen der Musiker bestens aufgehoben fühlen. Hits von Creedence Clearwater Revival wechseln sich ab mit Werken des kongenialen Joe Cocker oder den Beatles.

Dennoch lassen sich die vier auf keine klare Linie festlegen. Lamers: „Wir wollen einfach Musik spielen, die uns Spaß macht. Jeder in der Band darf sich Stücke wünschen, und die nehmen wir dann auf.“ So taucht auch mal zwischen Pop-Hymnen aus den 70ern Udo Lindenberg auf und macht sein Ding – von Lamers, der sich beim Gesang mit Pfahlsdorf abwechselt, dermaßen authentisch vorgetragen, dass der Zuschauer eigentlich nur noch Udos schwarzen Filzhut und die Sonnenbrille vermisst.

„Four over Fifty“ meistern den Spagat zwischen Christies „Yellow River“ und dem Tote-Hosen-Hit „Wannsee“ spielend. Vielleicht wird es aber irgendwann doch ein wenig ausgeglichener. „Im Moment reicht unser Repertoire nur für eine Stunde. Unser Ziel ist es, ein Programm für zwei Stunden und länger zu entwickeln.“ Mit Ü 50 hat man noch Träume: „Wir hoffen auf Gigs in tollen Locations oder auf Stadtfesten. Eine Party-Band wollen wir eher nicht sein“, sagt der Bandgründer.

Das Publikum im Lamerschen Garten ist sich am Ende einig: Das war eine absolut reife Leistung, die vielen Proben haben sich gelohnt. Für den perfekten Klang sorgten im Hintergrund Jens Malmström und Stephan Nabbefeld.