Rheinberg: Awo zieht von Rheinberg nach Moers um

Rheinberg : Awo zieht von Rheinberg nach Moers um

Aufsichtsrat beschließt den Verkauf des Enni-Gebäudes an den Kreisverband Wesel der Arbeiterwohlfahrt, die ihre Hauptverwaltung in den Räumen der Sparkasse am Niederrhein an der Bahnhofstraße hat.

Der Moerser Energieversorger Enni Energie & Umwelt Niederrhein wird in vier Jahren seinen Firmensitz in der Moerser Innenstadt aufgeben. Mit dem einstimmigen Beschluss zum Verkauf des Traditionsstandortes an der Uerdinger Straße hat dessen Aufsichtsrat den Weg für den dann auch räumlichen Zusammenschluss der Enni-Gruppe freigemacht. Deren drei Unternehmen werden bis 2021 ein gemeinsames Gebäude am Jostenhof in Moers bauen und wollen so im Verbund weitere Synergien heben.

Das 1984 bezogene Verwaltungsgebäude an der Uerdinger Straße wird dann, wie unsere Zeitung zuvor berichtete, die Heimat des Awo-Kreisverbandes Wesel. Dieser wiederum verlässt Rheinberg und kehrt mit seiner Geschäftsstelle und Betreuungsangeboten nach zehn Jahren Abstinenz in die Grafenstadt zurück.

Der Awo-Kreisvorstand hatte Geschäftsführer Bernd Scheid zuvor bereits grünes Licht für den Kauf der Moerser Immobilie gegeben. Die Awo hatte ihren Verwaltungssitz vor sechs Jahren nach Rheinberg verlegt. In Moers hatte der Verband keine Möglichkeit gesehen, räumlich zu expandieren; darüber war es zu einem Streit mit der Stadt Moers gekommen, in dessen Folge die Awo aus der Stadt wegzog.

In Rheinberg plante der Kreisverband einen Neubau für Verwaltung und Beratungsangebote sowie Räumen für eine (städtische) Seniorenbegegnungsstätte an der Ritterstraße/Alte Rheinstraße. Nicht zuletzt durch den Widerstand der Bürgerinitiative "Rund um den Pulverturm" scheiterte das Vorhaben, die Awo zog ihren Bauantrag zurück.

Gemeinsam mit Enni-Geschäftsführer Stefan Krämer will Awo-Geschäftsführer Bernd Scheid den Vertrag nun kurzfristig notariell besiegeln. "Das wird unseren Häusern, der Stadt Moers und den Bürgern dauerhaft Vorteile bringen", sprechen beide Geschäftsführer von konstruktiven Gesprächen. "Die Kundenfrequenz ist heute enorm, das Parkplatzangebot unbefriedigend." Auch mit seinen zahlreichen Wachstumsthemen stieß Krämer an räumliche Grenzen: "Wir haben in dem Wohnumfeld der Uerdinger Straße keine Erweiterungsmöglichkeiten für unsere Zukunftsaufgaben." So brachten die Umbaupläne für den Jostenhof neue Perspektiven, hier auch ein gemeinsames Verwaltungsgebäude für die gesamte Enni-Gruppe zu bauen.

Auch wirtschaftlich habe letztendlich alles dafür gesprochen, dort Verwaltungsbereiche wie heute bereits die Kundenberatung, die Pressearbeit oder die Abrechnung für alle Enni-Unternehmen an einem Standort zu bündeln. Bis dahin werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Laut Krämer geht Enni nun zunächst in die Detailplanung und das Ausschreibungsverfahren. "Frühestens Ende 2018 werden wir einen Baubeschluss fällen." Erst dann wird die Unternehmensgruppe auch über ein neues Kundenzentrum im Herzen der Stadt nachdenken. "Hier muss dann alles für die Kunden passen und sich unser Beratungsangebot noch mehr an Bedürfnissen der Bürger ausrichten." In jedem Fall soll die Stadt Moers profitieren.

(up)