Folgen des Sturms in Sonsbeck Trotz fünf roter Leuchten von der Absperrung überrascht

Sonsbeck/Veen · Das Auto von Kerstin Wache (29) landet nach einer Vollbremsung auf dem Dach. Die Veenerin hatte Glück im Unglück und dankt ihren Helfern.

 Das Auto von Kerstin Wache überschlug sich und landete schließlich auf dem Dach. Sie war zunächst im Wrack einge­klemmt.   Foto: Feuerwehr

Das Auto von Kerstin Wache überschlug sich und landete schließlich auf dem Dach. Sie war zunächst im Wrack einge­klemmt. Foto: Feuerwehr

Foto: Feuerwehr Sonsbeck

Kerstin Wache (29) aus Veen steckt der Schreck, das verrät ihre Stimme, noch heftig in den Gliedern. Sie ist am Montagmorgen nach der Nacht, in der Sturmtief Viktoria gewütet und an der Weseler Straße in Sonsbeck einen Baum umgelegt hatte, gegen 7 Uhr in ihrem Auto durch ein Absperrung völlig aus der Spur geraten. Die sei für sie, obwohl mit fünf roten Lampen ausgestattet, am Ende der geraden Strecke quasi aus dem Nichts aufgetaucht. „Als ich realisiert hatte, was die Lichter bedeuten, war’s schon zu spät“, sagt sie.

Auf der Strecke ist Tempo 100 erlaubt. „Ich fahre da fast täglich zur Arbeit im Krankenhaus in Kevelaer und habe absolut nicht mit einem Hindernis gerechnet“, sagt sie. „Ich hab’s wirklich erst in letzter Sekunde registriert“, erzählt sie. Bei der Vollbremsung hat sie die Kontrolle über ihren Kombi verloren. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab, hat sich mehrmals überschlagen und ist auf dem Dach gelandet.

Kerstin Wache war im Wrack gefangen. „Die Tür klemmte, ich konnte nicht selbstständig raus“, sagt sie. Wie es sich angefühlt hat, bis sie endlich freikam, lasse sich „nur schwer in Worte fassen“. Der Begriff Panik sei zu schwach, um es zu beschreiben. Sie hat über ihr Smartphone den Polizei-Notruf gewählt und Hilfe alarmiert. „Die Winschutzscheibe war zerborsten. Draußen im Dunkeln flimmerten Lichter, vermutlich von anderen Autos“, erzählt sie. „Ich hatte überhaupt keine Orientierung. Minuten sind mir wie eine Ewigkeit vorgekommen.“

Es sei ihr jedenfalls sehr lange vorgekommen, bis zwei Autofahrer, ein Mann und eine Frau, angehalten hätten. „Die haben mich aus dem demolierten Auto befreit“, so die junge Veenerin. „Da ich ins Krankenhaus gebracht worden bin und die Helfer nicht kenne, möchte ich mich auf diesem Weg ganz herzlich bei den beiden bedanken.“

Ihr Dank geht auch an die professionellen Retter, die nach knapp zehn Minuten am Unfallort gewesen seien. „Auch wenn die nur ihren Job gemacht haben.“ Sie habe hinterher erfahren, so die 29-Jährige, dass auch andere Autofahrer von der Straßensperre überrascht worden seien – wenn auch mit weniger gravierenden Folgen. Sie frage sich, ob die Absperrbarke nicht frühzeitiger hätte angekündigt werden können, mit einer Tempodrosselung oder Warndreiecken zum Beispiel.

Dabei sei ihr im Nachhinein sehr bewusst, dass sie bei allem Unglück „verdammt viel Glück“ hatte. Nur wenige Meter weiter stehen Bäume an der Straße. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass ich dagegen geprallt wäre“, sagt Kerstin Wache. So ist sie bei den Überschlägen mit Prellungen und einem Schleudertrauma davongekommen.

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