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Ausstellung mit heimatlichen Motiven im Alpener Rathaus

Kunst in Alpen : Heimatliche Momente für die Ewigkeit

Nadine Böttcher (36) zeigt ihre Bilder im Alpener Rathaus. Thema: Wie sich dörfliches Leben mit der Zeit wandelt.

Für Nadine Böttcher (36) ist es eine Premiere. Zum ersten Mal stellt sie ihre Bilder im Alpener Rathaus aus. Ganz unterschiedliche heimatliche Motive und Themen, teilweise aus dem bäuerlichen Alltagsleben, hat sie auf der Leinwand ins Bild gesetzt. „Alpen im Wandel der Zeit“ nennt sie ihre erste Ausstellung. Zu sehen sind auch historische heimatliche Motive wie beispielsweise die Plaggenhütte oder der ehemalige Bahnhof im Besenbinderdorf Bönninghardt, dem Lebensmittelpunkt der jungen Künstlerin.

Ältere Besucher entdecken die Jugendburg wieder, die hoch oben auf dem Berg am Rande von Alpen stand und 1968 abgerissen wurde. Auch die Tierwelt hat es der 36-jährigen Malerin angetan, wie die Schafherde, Kühe oder das Schwanenpaar zeigen. Alpen-Typisches ist auf ihren Bildern im Hintergrund zu finden wie die beiden Kirchtürme. An den Bildern erfährt der Betrachter über einen sachlichen Info-Text, was es mit dem jeweiligen Motiv auf sich hat. Da wäre beispielsweise der Kaltblüter „Fanny“, den ihr Großvater immer für die Feldarbeit vom Nachbarn auf der Hei ausgeliehen hat.

Auf einem anderen Bild ist ein Mann zu sehen, der die Sense schwingt. „Das ist mein Vater, der mit mir als Kind Kaninchenfutter besorgt hat. Das haben wir auf dem Anhänger seines Mopeds gepackt, ich saß oben drauf“, erinnert sich die 36-Jährige. Gemalt hat sie schon immer und dabei ihren eigenen Pinselstrich gefunden. Nach einem gesundheitlichen Nackenschlag gab ihr die Malerei neue Lebensqualität und sorgte für neuen Lebensmut – sprichwörtlich für frischen Wind unter den Flügeln.

Mit historischen Motiven wie dem Besenbinder bei der Arbeit holt Böttcher die örtliche und die eigene Geschichte in die Jetztzeit zurück, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. „Mein Vater war ein wandelndes Geschichtsbuch. Er kannte so viele Anekdoten. Sie gehen allerdings verloren, wenn man nicht darüber spricht. Sie haben alle etwas mit Heimat und unseren Wurzeln zu tun“, erklärt Böttcher. „Sich daran zu erinnern, sind schöne Momente für die Ewigkeit. Das schafft ein Sachtext zum Bild nicht.“

Noch eine andere Blickrichtung offenbart ihre Ausstellung im Alpener Rathaus. „Heutzutage sind Supermärkte eine Selbstverständlichkeit. Der Blick auf die Arbeiten – beispielsweise auf das Bild, das das Schleppen der Milchkanne zeigt – erinnern daran, wie schwer früher körperliche Arbeiten waren und wieviel Erleichterung uns der Fortschritt gebracht hat“, so Böttcher. „All’ das gehört eben auch zu Alpen.“